Chronologie: Tragödie hält Schwerin in Atem

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16. Juli 2008, 09:46 Uhr

20. November 2007: Der Vater Lea-Sophies alarmiert den Notarzt. Dieser stellt akuten Flüssigkeitsmangel sowie Rötungen am Körper des Kindes fest. Das fünfjährige Mädchen stirbt wenig später im Krankenhaus.

21. November 2007: Die 23-jährige Mutter und der 26-jährige Vater werden festgenommen. Sozialdezernent Hermann Junghans (CDU) sagt, dass er keine Versäumnisse der Mitarbeiter des Jugendamtes erkennen könne.

22. November 2007: Laut Obduktion ist das Mädchen verhungert und verdurstet. Es wog zuletzt 7,4 Kilogramm.

23. November 2007: Oberbürgermeister Norbert Claussen (CDU) verteidigt die Mitarbeiter des Jugendamtes. Nach derzeitigen Erkenntnissen sei das bestehende Regelwerk zum Umgang mit Hinweisen zu Kindeswohlgefährdungen eingehalten worden, sagte er.

27. November 2007: Oberbürgermeister Claussen (CDU) kündigt die Berufung einer internen Sondergruppe der Stadt zur Untersuchung des Falls an. 29. November 2007: Lea-Sophie wird auf dem Waldfriedhof in Schwerin beigesetzt.

10. Dezember 2007: Die Stadtvertretung beschließt die Einsetzung eines zeitweiligen Ausschusses zur Untersuchung der Vorgänge in der Verwaltung. 21. Januar 2008: Claussen teilt mit, dass er sich mit Junghans darauf verständigt habe, dass der Sozialdezernent seine Amtsgeschäfte vorläufig ruhen lässt.

23. Januar 2008: Claussen räumt nach der Befragung durch den Sozialausschuss des Landtages Fehler der Stadt ein.

1. Februar 2008: Im Zusammenhang mit dem ersten Untersuchungsbericht der Stadt spricht Claussen von „eklatanten Mängeln und organisatorischen Versäumnissen“ durch die zuständigen Behörden.

7. Februar 2008: Claussen schließt ungeachtet der schweren Kritik an seinem Krisenmanagement einen Rücktritt aus.

19. Februar 2008: Die Staatsanwaltschaft Schwerin erhebt Anklage gegen die Eltern von Lea-Sophie. Ihnen wird gemeinschaftlicher Mord durch Unterlassen von Fürsorge und Ernährung sowie gemeinschaftliche Misshandlung von Schutzbefohlenen vorgeworfen.

25. Februar 2008: Im Stadtparlament scheitert die Abwahl des Dezernenten Junghans.

19. März 2008: Mit einer erneuten Umstrukturierung innerhalb der Schweriner Verwaltung übernimmt Claussen die Bereiche Jugend und Soziales, Junghans verantwortet den Bereich Liegenschaften.

27. März 2008: Der Untersuchungsausschuss der Stadtvertreter verabschiedet seinen Abschlussbericht, in dem es heißt, „dass bei sachgerechterer Arbeit des Jugendamtes das tragische Ende des kleinen Mädchens hätte verhindert werden können“.

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