Chronologie: Abbrüche der vergangenen Jahre

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28. Juli 2010, 06:20 Uhr

24. Februar 2005, 50 000 Kubikmeter, Wissower Klinken:

Die beiden bis zu 20 Meter hohen Hauptzinnen der Wissower Klinken, einer Kreideformation im Nationalpark Jasmund, stürzen ins Meer. Dabei werden etwa 50 000 Kubikmeter Kreide in die Ostsee gerissen und lassen von der ursprünglichen Formation wenig übrig. Ursache ist neben der Meeresbrandung, die ständig die Küstenlinien formt, der Druck von eiszeitlichen Ablagerungen aus dem Landesinneren. Gefrorenes Niederschlagswasser sprengt nach Einsetzen von Tauwetter die Felsmassen ab. Der Abbruch ist erwartet worden, nachdem ein Jahr zuvor sechs Risse entdeckt worden waren. Einer dieser Risse hatte sich einige Zeit vorher verbreitert und 1000 Kubikmeter Kreide stürzten eine Woche vor dem großen Abbruch ins Meer. Wenige Tage später wird an der Steilküste vor Göhren eine Urlauberin bei einem Spaziergang mit ihrem Verlobten unterhalb der neun Meter hohen Steilküste von Lehm- und Sandmassen begraben.

12. Dezember 2007, 1500 Kubikmeter, Lohme:

Nach heftigem Dauerregen kommt an Rügens Nordküste bei Lohme an mehreren Tagen ein größerer Kreideabschnitt ins Rutschen. Mit etwa 1500 Kubikmetern Kreide und Geröllmergel handelt es sich diesmal um einen kleineren Küstenabbruch. Grund dafür sind die rekordverdächtigen Niederschläge im vorangegangenen Herbst. Die Kreidemassen bedecken einen Teil des zwischen Kieler Bach und Kollicker Ufer liegenden Strandabschnitts. Gefahr besteht für das direkt am Abhang stehende ehemalige Diakonieheim in Lohme. Experten gehen davon aus, dass das Heim spätestens in zwei Jahren in den darunter befindlichen Hafen stürzt. Das dreistöckige Gebäude wird später abgerissen.

22. Januar 2008, 1500 Kubikmeter, Kap Arkona:

Knapp drei Jahre nach dem spektakulären Kreideabbruch an den Wissower Klinken auf Rügen stürzen wenige Kilometer nördlich am Kap Arkona Teile einer slawischen Wallanlage in die Tiefe – 1500 Kubikmeter Sand, Mergel und Lehm. Die Wallanlage, die bereits in der Vergangenheit zu etwa zwei Dritteln ins Meer gestürzt war, ist der Rest einer Tempelburg.

19. Januar 2008, 1600 Kubikmeter, Vitt:

Südöstlich vom Kap Arkona bei Vitt brechen rund 1600 Kubikmeter Kreide und Gestein ab. Ein Fischer hatte den Abbruch einer etwa 40 Meter hohen, 20 Meter breiten und zwei Meter starken Kreideschicht beobachtet. In diesem Winter gab es bereits drei größere Kreideabbrüche – die beiden letzten vor zehn Tagen unweit von Wissower Ort. Ursache ist nach Angaben des Nationalparkamtes Jasmund der niederschlagsreiche Sommer 2007. Ein Großteil des Wassers sei noch im Boden enthalten und lasse bei Frost die Kreideschichten zerbrechen.

9. April 2008, 15 000 Kubikmeter, Kieler Bach:

Eine Kreideformation löst sich auf einer Länge von mehr als 100 Metern aus der Wand der Kreidefelsen und stürzt krachend in die Tiefe. 15 000 Kubikmeter Kreide und Mergel liegen zwei Kilometer südlich des Kieler Baches am Fuß des Kliffes. Nach Angaben von Rico Markmann vom Nationalparkamt Jasmund ist dies der größte Abbruch seit dem spektakulären Absturz der Wissower Klinken im Februar 2005.

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