Christiansen: Beide Hände gereicht

Landrat Rolf Christiansen (l.)  und Andreas Wißuwa verstehen die ganze Aufregung um Kai Hagen nicht: „Wir haben ihm  die Hände gereicht, doch er hat sie oft ausgeschlagen.“ Foto: Thorsten Meier.
Landrat Rolf Christiansen (l.) und Andreas Wißuwa verstehen die ganze Aufregung um Kai Hagen nicht: „Wir haben ihm die Hände gereicht, doch er hat sie oft ausgeschlagen.“ Foto: Thorsten Meier.

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08. Juli 2008, 07:56 Uhr

Dömitz/Ludwigslust - „Mir ist völlig unverständlich, warum Kai Hagen nicht zum Hörer greift, um Probleme zu lösen. Wir haben es toleriert, dass er ein Investor ist, der oft zunächst Tatsachen schafft und im Nachgang die Legitimation sucht“, erklärte gestern Landrat Rolf Christiansen im SVZ-Gespräch.

Er, Christiansen, habe Hagen bereits nach Auftauchen des ersten Werbeschildes an der B 191 auf kommenden Ärger hingewiesen. „Er sollte uns seinen Planer schicken, um gemeinsam zu überlegen, wie man das Werbeanliegen genehmigungsfähig bekommt. Das ist jedoch nicht geschehen.“

Ebenso habe Kai Hagen bisher illegal einen Wohnmobilstellplatz auf seinem Grundstück betrieben. Zur Zeit laufe ein bauaufsichtliches Verfahren zur Genehmigung der Anlage parallel zum B-Planverfahren der Stadt Dömitz.

Um keine Ablehnung zum jetzigen Zeitpunkt erteilen zu müssen, seien Möglichkeiten gefunden worden, den gesetzlichen Fristenlauf zu unterbrechen. So könne das Verfahren offen gehalten werden, bis eine positive Entscheidung möglich sei.

„Wenn wir gewollt hätten, hätten wir ihm bereits 2006 den Platz sperren können. Doch wir haben nicht die Keule rausgeholt, sondern immer wieder das Gespräch mit ihm gesucht.“ Christiansen weist auch den Vorwurf zurück, der Landkreis habe mit seiner Paragrafenreiterei mit dafür gesorgt, dass der Düsseldorfer nun die Zelte in der Region abbricht.

„Aus Gründen der Gleichbehandlung konnte keine Duldung des rechtswidrigen Zustandes erfolgen. Wir haben in der Vergangenheit im Landkreis Schilder wieder einsammeln lassen.“ Schließlich wolle man hier keine italienischen Verhältnisse, so dass man vor Werbung kaum noch die Straßenschilder sähe.

„Wir haben viele Steine, die Herr Hagen sich selbst in den Weg gelegt hat, über die Jahre weggeräumt. Im übrigen ist der Landkreis für seine Bürgerfreundlichkeit, seine schnellen Genehmigungszeiten bei Investitions- oder Baumaßnahmen und vor allem für seine pragmatischen Handlungsweise bekannt. Eine Vielzahl von Unternehmen sind mit der Verwaltung hochzufrieden.“

Dass die im Gesetz geregelten Zulassungstatbestände eine nachträgliche Genehmigung der rollenden Werbeträger an der B 191 nahe Dömitz nicht zu ließen, betonte Andreas Wißuwa vom Fachdienst Bauordnung, der sich im übrigen nichts vorzuwerfen habe.

„Wer einfach Tatsachen schafft, muss damit rechnen, dass der Landkreis reagiert. Normalerweise weisen wir in Vorgesprächen auf die Unwägbarkeiten hin und versuchen die Grenzen des Machbaren auszuloten“, so Wißuwa.

Man habe Kai Hagen beide Hände gereicht, meinte der kreisliche Verwaltungschef weiter. Doch der habe sie oft ausgeschlagen. Christiansen: „Ich werde trotzdem mit ihm telefonieren und hoffe, er verweigert das Gespräch nicht.“

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