Yachthafenresidenz: Ermittlungen gegen Per Harald Løkkevik : Chef unter Verdacht - Team schockiert

Der Hotelbetrieb in der Yachthafenresidenz  läuft vor den Kulissen ganz normal weiter.  Foto: Christoph Gause
Der Hotelbetrieb in der Yachthafenresidenz läuft vor den Kulissen ganz normal weiter. Foto: Christoph Gause

Der Schock bei vielen der rund 300 Mitarbeiter der Yachthafenresidenz Hohe Düne sitzt tief. Ihr Chef, Per Harald Løkkevik, wurde am Mittwoch wegen des Verdachts des Subventionsbetruges und der Untreue festgenommen.

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03. Februar 2011, 10:21 Uhr

Hohe Düne | Der Schock bei vielen der rund 300 Mitarbeiter der Yachthafenresidenz Hohe Düne sitzt tief. Ihr Chef, Geschäftsführer Per Harald Løkkevik, wurde am Mittwoch wegen des Verdachts der Untreue und des Subventionsbetruges in seinem Büro in der Hotelanlage festgenommen. Im Zuge der Ermittlungen gab es deutschlandweit sowie an Løkkeviks Wohnort auf Lanzarote Durchsuchungen. Während der Unternehmer hinter Gittern sitzt und seit gestern im Amtsgericht Rostock zu den Vorwürfen gehört wird, machen sich die Mitarbeiter Gedanken um ihre Zukunft. "Natürlich waren wir alle von dieser Nachricht völlig überrascht. Dennoch läuft in unserer Hotelanlage alles ganz normal weiter", sagt Pressesprecher Stephan Huthmann.

Die Ermittler verdächtigen Investor Løkkevik des Subventionsbetrugs. Sie erachten es für wahrscheinlich, dass der Norweger auf dem Papier aus einem Unternehmen künstlich zwei gemacht hat, um zwei Anträge auf Fördermittel für die Errichtung der Hotelanlage einzureichen. Rund 47,5 Millionen Euro an Fördermitteln, hauptsächlich von der EU, sollen in die etwa 120 Millionen Euro teure Anlage am Seekanal geflossen sein. Nicht 50 sondern nur 30 Prozent der Gesamtsumme wären gefördert worden, wenn er sein Unternehmen auf dem Papier nicht geteilt hätte.

Mecklenburg-Vorpommern bewarb sich zu diesem Zeitpunkt mit Warnemünde für die Austragung der Olympischen Segelwettbewerbe 2008. Gemeinsam mit Berlin wollte man damals die Olympischen Spiele nach Deutschland holen. Für die Bewerbung Warnemündes wurde deshalb ein repressantativer Yachthafen gebraucht. Løkkevik kam der Landesregierung mit seinen Plänen für Hohe Düne gerade richtig.

Nach Worten von Amtsgerichtsdirektor Peter Häfner sah der zuständige Richter angesichts der in Frage stehenden Summe eine hohe Fluchtgefahr als gegeben, so dass der Verdächtige weiter in Haft bleibt. An der Entscheidung habe auch die angebotene Kaution in Höhe von 250 000 Euro nichts ändern können. Løkkevik sei kein deutscher Staatsbürger und habe viele Möglichkeiten, sich an anderen Orten einzurichten.

Im Fokus der Ermittlungen steht auch Roland G., Chef des Landesförderinstituts (LFI). Diese Behörde hat die Fördermittelanträge der Yachthafenresidenz bearbeitet. Am Mittwoch waren die Ermittler mit Durchsuchungsbefehl im LFI , wo man ihnen die geforderten Unterlagen freiwillig überreicht hat, und im Hauptsitz der Ostseesparkasse.

Überrascht von den Ermittlungen zeigt sich auch der Vorsitzende des Ortsbeirates "Heide". "Wir haben das Baugeschehen von Anfang an wohlwollend begleitet. Es gab über die Jahre eine gute Zusammenarbeit mit Investor Løkkevik", sagt Jürgen Dudek. Der Beiratschef hofft, dass das Hotel trotz der Vorwürfe "am Laufen bleibt", denn nichts wäre für die Rostocker Heide schlimmer als eine Invest-Ruine. "Letztendlich profitieren von dem großen 5-Sterne-Hotel fast alle hier in der Region angesiedelten Unternehmen. Sogar andere Hotels", sagt Dudek. Verwundert sei er aber, dass diese Vorwürfe plötzlich mit solcher Intensität erst jetzt mehr als fünf Jahre nach der Eröffnung des Hotelkomplexes hochkochen.

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