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15. Dezember 2017 | 15:19 Uhr

CDU will Radfahrer stoppen

vom

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erstellt am 22.Sep.2010 | 06:36 Uhr

Güstrow | Über Tag, von 10 bis 18 Uhr, soll auf dem Pferdemarkt nicht mehr Rad gefahren werden, so fordert es die CDU-Fraktion der Güstrower Stadtvertretung, die einen entsprechenden Antrag bei der jüngsten Sitzung einbrachte. Sie erntete dafür allerdings nicht viel Zustimmung, löste aber vielleicht eine generelle Diskussion übers Radfahren in der Stadt aus. Diverse Ausschüsse, so beschloss die Stadtvertretung, sollen sich demnächst damit beschäftigen.

Seit einigen Jahren ist das Radfahren in den Fußgängerzonen der Innenstadt ohne Einschränkungen erlaubt. Doch die Radler, so beklagte Wilfried Minich von der CDU-Fraktion, würden das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme nicht erfüllen. Besonders ältere, in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen sowie Blinde und Sehschwache würden sich unsicher fühlen und über Rempeleien und Zusammenstöße klagen, erklärte Minich den Grund für den Antrag. Gelegentlich würden Passanten einfach "weggeklingelt" werden. "Wir müssen ja nicht auf einen schlimmen Unfall warten", meint Minich und will eine klare Entscheidung für Fußgänger oder für Radfahrer. Wie ernst es die Christdemokraten mit ihrem Antrag meinen, ließ Minich mit der Bemerkung offen, dass die CDU durchaus wisse, dass der Bürgermeister als Untere Verkehrsbehörde in Güstrow das letzte Wort habe, nicht die Stadtvertretung.

Sascha Zimmermann, FDP-Fraktionsvorsitzender und selbst Radfahrer, hält wenig von einem erneuten Verbot für die Radfahrer auf dem Pferdemarkt. Rücksichtslose Pedalritter könne man damit nicht erreichen. Sie würden auch auf ein Verbot keine Rücksicht nehmen. Außerdem stelle sich die Frage nach der Durchsetzung eines Verbotes. Die Polizei müsste ständig kontrollieren. "Wir wollen eine lebendige Innenstadt. Dazu gehören auch die Radfahrer", fasst Zimmermann seine Position zusammen.

Ob es überhaupt oder generell ein Problem mit Radfahrern in Güstrow gebe, darüber möchte Karen Larisch (Fraktion Die Linke) einmal reden. "Die Radfahrer sind nicht schlechter als alle anderen", stellte Lothar Fila als Fraktionsvorsitzender für den Güstrower Wählerbund/Freie Wählergemeinschaft und Einzelkandidaten in der Stadtvertretung fest.

Bürgermeister Arne Schuldt ließ keinen Zweifel daran, dass er es beim Radfahren auf dem Pferdemarkt belassen werde. Dass sich manche Radler mehr herausnehmen, als ihnen zustünde, wisse auch er. Ein "fehlendes Gefühl für gegenseitige Rücksichtnahme" könne man jedoch nicht durch Verbote ändern.

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