CDU will mehr Geld für Theater im Osten - Neues Konzept soll Benachteiligung aufheben

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22. August 2008, 07:40 Uhr

Schwerin - Die CDU-Landtagsfraktion verlangt im Zuge der bevorstehenden Reform der Theaterstruktur in Mecklenburg-Vorpommern eine veränderte Finanzzuweisung zugunsten der östlichen Landesteile. „Innerhalb des bestehenden Vier-Standorte-Modells muss das Geld des Landes künftig gerechter verteilt werden“, sagte der kulturpolitische Fraktionssprecher Jörg Vierkant.

Beim sogenannten Grundbetrag, der 50 Prozent der vom Land pro Jahr gewährten 35,8 Millionen Euro ausmacht, würden die Theater im Landesosten benachteiligt. So erhielten Schwerin und Rostock pro Jahr eine Million Euro mehr als im östlichen Landesteil die Theater in Neubrandenburg/Neustrelitz, Stralsund/Greifswald und Anklam.

Unberücksichtigt bleibe, dass die Theaterarbeit in einer dünn besiedelten Region mit besonderen Problemen behaftet sei. Deshalb solle beim Kriterium „Besucherzahlen“ auch die Bevölkerungsdichte berücksichtigt werden.

„Theater muss auch weiter in der Fläche des Landes stattfinden“, betonte Vierkant. Er sei aber sicher, dass für die heutigen Theaterstandorte eine „dauerhafte Bespielung“ erreicht werde. Früheren Angaben zufolge will die SPD/CDU-Landesregierung das neue Theaterkonzept Ende August 2008 beschließen.

Nach Meinung Vierkants sind die Theater im Osten des Landes mit Zusammenschlüssen bereits in Vorleistung gegangen. „Sie haben gezeigt, was durch gemeinsames konstruktives Agieren möglich ist.

Zudem sind die Theater Vorpommern und die Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz an Mehrfachstandorten aktiv. Sie stehen mit ihrer Jugendarbeit auch als kulturelle Leuchttürme für Demokratie und Toleranz im östlichen Landesteil“, unterstrich der CDU- Abgeordnete. Das müsse in der Strukturdebatte eine Rolle spielen.

„Wir können den Status quo nicht festschreiben. Dies würde bedeuten, dass im Jahr 2020 landesweit rund 17 Millionen Euro im System fehlen“, machte Vierkant den Reformbedarf deutlich. Um die Theater- und Orchesterangebote im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern langfristig zu sichern, müssten die vorhandenen Strukturen vernetzt werden.

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