Kooperation zwischen Hochschule und Wirtschaft : Carbon-Koffer made in Mecklenburg

Innovation durch Kooperation: Professor Christoph-Adrian Macher (li.), Landrätin Birgit Hesse (M.) und PMC-Chef Frank Jaeckel mit den Designstudenten. Die Entwürfe von Clemens Grapentin (2. v. l.) und Florent Keller (2.v.r.) werden produziert. Vorne: Florian Nagorny und Henriette Grabs.Malte Behnk
Innovation durch Kooperation: Professor Christoph-Adrian Macher (li.), Landrätin Birgit Hesse (M.) und PMC-Chef Frank Jaeckel mit den Designstudenten. Die Entwürfe von Clemens Grapentin (2. v. l.) und Florent Keller (2.v.r.) werden produziert. Vorne: Florian Nagorny und Henriette Grabs.Malte Behnk

Vielleicht schon in einem Jahr könnte es soweit sein, dass Koffer und Trolleys mit den Namen "Traveler" oder "X-Bag" in Geschäften stehen, die drei Dinge gemeinsam haben. Welche das sind, können Sie hier erfahren.

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03. Februar 2011, 06:28 Uhr

Rehna/Wismar | Vielleicht schon in einem Jahr könnte es soweit sein, dass Koffer und Trolleys mit den Namen "Traveler" oder "X-Bag" in Geschäften stehen, die drei Dinge gemeinsam haben: Sie sind zu einem großen Teil aus Carbon gefertigt, sie wurden von Studenten der Hochschule Wismar designt und sie werden von der PMC GmbH in Rehna mit dem Markenzeichen "made in Mecklenburg" in Serie hergestellt.

Für PMC-Chef Frank Jaeckel war für die Kooperation mit den angehenden Produktdesignern der Hochschule Wismar entscheidend, dass sie ihre Ideen und Projekte schnell entwickeln. "Hier gibt es eine große Fachkompetenz und eine Entwicklung in weniger als drei bis vier Monaten wäre woanders kaum denkbar gewesen", lobte Jaeckel die Arbeit der Studenten um Professor Christoph-Adrian Macher. Die angehenden Produktdesigner aus dem vierten und sechsten Semester hatten in weniger als drei Monaten vier unterschiedliche Koffer-Modelle entwickelt, die sie jetzt dem PMC-Chef und Landrätin Birgit Hesse vorstellten. "Wir haben alle vier Entwürfe intensiv diskutiert", sagte Frank Jaeckel nach den Präsentationen der Studenten. "Dabei haben wir an allen Punkte gefunden, die uns sehr gefallen haben. Entscheidend war dann aber, welche Entwürfe am schnellsten in Serie gehen können", so der PMC-Chef. Daher fiel die Auswahl auf die Entwürfe von Clemens Grapentin und Florent Keller.

Doch auch die Ideen von Henriette Grabs und Florian Nagorny wurden gelobt. "Das Modell ,Kever finde ich von der Form und vom Design sehr sympathisch", sagte Birgit Hesse zum Entwurf von Henriette Grabs. Als Kundin hätte sie aber vermutlich zum Gewinner-Koffer von Clemens Grapentin gegriffen. Zum zweiten in Serie gehenden Sieger, dem "Traveler" von Florent Keller, sagte sie: "Die Idee mit den Fächern im Trolley fand ich sehr praktisch, das Modell aber etwas groß." So wird Frank Jaeckel zwei Modelle ausgesucht haben, die unterschiedliche Ansprüche und Geschmäcker bedienen. Je nach Vorlaufzeit könnten der "Traveler" und der "X-Bag" in einem Jahr in den Handel kommen, stellten Rehnaer Unternehmer in Aussicht.

Und er möchte die fruchtbare Zusammenarbeit mit der Hochschule Wismar gerne fortsetzen. Schließlich hat die PMC GmbH an ihrem Standort in Rehna keine eigene Forschungsabteilung und greift daher gerne auf die frischen Ideen der Studenten zurück. "Ich freue mich über diese jungen Talente und möchte jedes Jahr etwas mit ihnen zusammen machen", sagte Frank Jaeckel.

Und auch für die Hochschule bieten sich durch so eine Kooperation wie mit dem Rehnaer Unternehmen verschiedene Vorteile. Neben dem praktischen Nutzen für die Studenten geht es auch um Eigenwerbung. "Wir sind darauf angewiesen, dass die Menschen in der Region wissen, was wir hier machen", sagte Professor Christoph-Adrian Macher.

Dass die PMC GmbH die Carbon-Koffer offiziell unter dem Siegel "made in Mecklenburg" oder sogar "Made in Nordwestmecklenburg" auf dem Markt etablieren möchte, gefiel bei der Präsentation besonders Landrätin Birgit Hesse. Sie soll sich schon als Interessentin für einen der ersten in Serie hergestellten Koffer gemeldet haben. Vielleicht eine Gewinn bringende Investition. Schließlich wird voraussichtlich eine limitierte und nummerierte Auflage der Kohlefaser-Gepäckstücke produziert - sozusagen Koffer mit Sammlerwert.

Seit sich die PMC GmbH vor etwa zweieinhalb Jahren in Rehna angesiedelt hat, sucht das Unternehmen die Zusammenarbeit mit dem Nachwuchs. So gab es in den vergangenen zwei Jahren bereits mehrere Kooperationen mit Ingenieurs-Studiengängen der Fachhochschule Stralsund. Damit entspricht das Unternehmen schon länger der Idee einer Kooperationsvereinbarung zwischen Hochschulen und Wirtschaft im Land, die erst vor kurzem besiegelt wurde.

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