Caffier, Rehberg, Gienke: 30 Vorschläge für den Hansa-Aufsichtsrat

Mehr als 30 Mitglieder sind zur Wahl der fünf bis sieben Sitze im Aufsichtsrat von Hansa Rostock vorgeschlagen worden. Der Sturm auf die Vereinsspitze: Mit dabei sind namhafte Politiker, Wirtschaftsbosse und Banker.

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23. Oktober 2008, 07:37 Uhr

Rostock - Das Wettrennen hat begonnen: Mitte Oktober war das Empfehlungsverfahren für die Kandidatenliste abgeschlossen. Mehr als 30 Vorschläge wurden in der Geschäftsstelle des Fußball-Zweitligisten eingereicht. Noch seien aber „keine Entscheidungen über Personen gefallen“, erklärte Helmut Hergesell, Chef der fünfköpfigen Hansa-Wahlkommission, gestern in Rostock. Bis Anfang November sollen alle vorgeschlagenen Mitglieder gehört werden.

Nun haben sich altbekannte aber auch neue Vereinsmitglieder zum Teil selbst ins Gespräch gebracht. So rechnen sich beispielsweise die beiden Ex-Vorstände Manfred Wimmer und der CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg Chancen als Aufsichtsratschef aus.

Allerdings wird Rehberg bei den Vereinsmitgliedern nicht der beste Rückhalt nachgesagt. Neu ins Rennen gehen offenbar CDU-Innenminister Lorenz Caffier und der Chef des westmecklenburgischen Getränkeherstellers Fruchtquell Dodow, Frank Jehring, wie unsere Rostocker Redaktion erfuhr.

Mit dabei ist ebenso Hans-Ulrich Gienke: Zu einer Kandidatur wollte er sich gestern zwar nicht äußern. Aber: Er stehe auf der Vorschlagsliste, bestätigte der Chef des Privatradios Antenne Mecklenburg-Vorpommern.

Im Gespräch ist auch Friedemann Kunz, Gründer und Geschäftsführer des Fertighausherstellers ScanHaus Marlow. Der Hansa-Sponsor bekundete gestern zwar „Interesse am Club“, wollte eine Kandidatur für dessen Aufsichtsgremium aber nicht bejahen.

Neben dem bisherigen Aufsichtsrat Adalbert Skambraks werden ebenso die Namen des Stadionsprechers und Autohändlers Klaus-Jürgen Strupp, des Gastronomie-Großunternehmers und einstigen Schatzmeisters Gert Schättiger sowie von Ex-Hansa-Präsident und -Manager Gerd Kische gehandelt.

Schättiger werden im Übrigen beste Chancen als neuer Aufsichtsratschef eingeräumt.
Seine mögliche Kandidatur wollte der Rostocker DKB-Niederlassungsleiter Thomas Abrokat gestern „nicht bestätigen“. Und auch der ins Gespräch gebrachte Rostocker Oberbürgermeister Roland Methling meinte: „Ich bin völlig überrascht. Dazu will ich nichts sagen.“

Ende November wird beim Zweitligisten die Vereinsspitze neu gewählt. Über fünf bis sieben Sitze im Aufsichtsrat plus zwei für Ersatzkandidaten muss von der Mitgliederversammlung am 26. November abgestimmt werden. Die Entscheidung dürfte zwischen zwölf Kandidaten fallen, die zuvor von der Wahlkommission benannt werden müssen.

Allerdings: Noch sei nicht geklärt, „welche Empfehlung wir den Mitgliedern geben, wie viele Personen in den Aufsichtsrat gewählt werden sollen“, sagte Hergesell. In Vereinskreisen heißt es aber, dass der Aufsichtsrat um zwei auf sieben Sitze vergrößert werden soll.

Ein Führungswechsel scheint allerdings sicher: Der bisherige Aufsichtsratschef, der international anerkannte Medizinprofessor Horst Klinkmann, hatte seinen Rückzug angekündigt. Zwölf Jahre stand der 73-Jährige an der Spitze des ehemaligen Erstligisten Hansa Rostock.

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