Busfahren wird teures Zuschussgeschäft

Der Öffentliche Personennahverkehr droht ein teures Zuschussgeschäft für den Landkreis Nordwestmecklenburg zu werden. Der Kreis soll weitere 300 000 Euro im nächsten Jahr auf das Konto von vier Busunternehmen überweisen.

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22. Oktober 2008, 08:55 Uhr

Nordwestmecklenburg - Hauptgrund sind nach Angaben der Kreisverwaltung die rasant gestiegenen Kraftstoffpreise im Verlauf dieses Jahres. Zwar wird die Preisschraube momentan etwas gelockert, doch um Zuschüsse kommt der Landkreis offenbar nicht mehr herum. Denn die bisherigen Mittel des Landes in Höhe von 24,3 Cent je Kilometer reichten nicht aus, rechnet der stellvertretende Landrat Gerhard Rappen vor. Der Bedarf liege bei mindestens 30,3 Cent. „Wir als Auftraggeber des Öffentlichen Personennahverkehrs müssen die Kosten ausgleichen, die durch Fahrpreise nicht gedeckt sind“, sagt Rappen.

Der Landkreis Nordwestmecklenburg plant vom kommenden Jahr an die benötigten sechs Cent mehr je Kilometer zuzuschießen. „Das sind bei etwa fünf Millionen Fahrplankilometern rund 300 000 Euro, die wir als Kreis dazu geben müssten“, verdeutlicht Rappen.

Wie dieser sechsstellige Beitrag aufgebracht werden soll, ist noch unklar und soll in den anstehenden Haushaltsberatungen geklärt werden. Fakt ist schon jetzt: Sollten die insgesamt 300 000 Euro an die Busunternehmen gezahlt werden, fehlt das Geld an anderer Stelle.

Fahrpreiserhöhung könnte folgen

Dass der Landkreis Busunternehmen einen sechsstelligen Geldbetrag zuschießt, hatte es zuletzt vor Jahren gegeben. In der Folgezeit fuhren Firmen wie die SGS Bus und Reisen einen Konsolidierungskurs. Finanzielle Spielräume, die dadurch entstanden sind, brachen in diesem Jahr durch eine Kostenexplosion beim Kraftstoff weg. Sie verursachte allein im ersten Halbjahr bei der SGS Bus und Reisen zu Mehrausgaben von etwa 100 000 Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Angesichts solcher Zahlen dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis auch Fahrgäste tiefer in die Tasche greifen müssen.

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