zur Navigation springen

Hartmut Engler im SVZ-Interview : "Bungee-Jumper vor dem Sprung"

vom

Nun präsentiert "Pur" das Beste aus drei Jahrzehnten auf einer Tournee - am 8. März in der Sport- und Kongresshalle. Ramünke-Hoefer sprach mit Engler über die Tour und seine Liebe zur Bühne.

svz.de von
erstellt am 25.Jan.2011 | 09:45 Uhr

Seit genau 30 Jahren steht Hartmut Engler mit der Rock- und Pop-Band "Pur" auf der Bühne. Sie platzierten viele Nummer-1-Hits, bekamen einen Bambi, vier Echos, gaben Mega-Konzerte z.B. in der Arena auf Schalke. Nun präsentiert "Pur" das Beste aus drei Jahrzehnten auf einer Tournee - am 8. März in der Sport- und Kongresshalle. Maren Ramünke-Hoefer sprach mit Hartmut Engler über die Tour, seine Musik und seine Liebe zur Bühne.

30 Jahre Pur - Was erwartet die Schweriner beim Konzert am 8. März?

Hartmut Engler: Wir gehen diesmal auf Akkustik-Tour, also ohne E-Gitarre, ohne Keyboard. Wir spielen aber nicht leiser, sondern grooviger. Die Songs klingen dabei ganz anders, die meisten haben wir auch umarrangiert. Viele bekannte Nummern werden die Zuhörer sogar erst erkennen, wenn sie den Text hören. Wer sich darauf schon mal einstellen möchte, der kann das mit unserer neuesten Live-CD, die im Dezember erschienen ist. Im Oktober hatten wir ein Test-Konzert zur Tour veranstaltet.


Warum hat sich Pur diesmal für die Akkustik-Variante entschieden?

Wir wollen einfach mal anders daherkommen. 30 Jahre Pur - das ist ja fast schon ein besinnlicher Moment, deshalb möchten wir diesmal eine intime, prickelnde Atmosphäre schaffen. Deshalb steuern wir nur die kleineren Hallen an mit bis zu 6000 Zuschauern. Die Veranstaltungen sind außerdem komplett bestuhlt. Natürlich dürfen die Leuten zwischendurch aufstehen und toben, aber anschließend können sie sich wieder setzen und einfach zuhören. Das wird für uns alle eine Achterbahnfahrt der Emotionen.

Nach 30 Jahren auf der Bühne - macht so eine Tournee noch Spaß?

Auf jeden Fall. Die Bühne ist immer das Ziel all unserer Arbeit. Es gibt viele Aspekte in diesem Beruf, die nicht ganz so schön sind, aber die Live-Auftritte sind großartig. Ein Konzert lässt sich mit nichts anderem im Leben vergleichen. Applaus wirkt bei mir noch immer wie ein Elixier, obwohl ich mich vor dem Auftritt meistens fühle wie ein Bungee-Jumper vor dem Sprung. Ich bin wirklich ein von Lampenfieber gepeinigter Mensch. Aber spätestens nach dem ersten Song auf der Bühne weiß ich, dass ich der richtige Mann am richtigen Platz bin.

Wenn Sie nach Schwerin kommen, werden Sie dann auch ein bisschen die Stadt genießen?

Eher nicht. So eine Tournee ist kein Sightseeing-Ausflug durch Deutschland, der ganze Tag fokussiert sich auf 20 Uhr. Ich bin normalerweise auch erst nach dem Konzert ein entspannter Mensch.

Und wie geht es dann weiter? Müssen Sie abends Fans abwehren?

Meist treffen wir uns nach dem Auftritt noch an der Hotelbar, oft mit Freunden oder alten Bekannten. Fremde kommen da nicht rein. Wir haben gute Mitarbeiter, die selbst hartnäckigen Fans sehr freundlich erklären, dass auch für einen Sänger mal Feierabend sein muss und er ein Recht auf Privatleben hat.


Haben Sie besondere Erinnerungen an Schwerin?

Wir haben mal ein tolles Konzert auf der Schweriner Freilichtbühne gegeben, das war klasse. Aber längere Zeit in Schwerin war ich leider noch nie.

Was sind nach 30 Jahren denn Ihre eigenen Lieblingssongs von Pur?

"Der Trick dabei" ist zurzeit meine Nummer eins. Das ist kein Abfeierlied, sondern sehr ruhig, ich möchte fast schon sagen "altersweise". Es entspricht am besten dem, was ich selbst in den letzten Jahren erlebt habe.

Können Sie Hits wie "Lena" oder "Abenteuerland" eigentlich selbst noch hören?

Unbedingt. Wenn man Hits kreiert hat, die über so viele Jahre Bestand haben, ist man darauf natürlich stolz. Gerade "Abenteuerland" ist ja ein sehr ausgefeiltes, komplexes Lied. Es begeistert mich, dass es gerade dieser Song so weit nach oben geschafft hat.
Und was hören Sie, wenn Sie ganz privat sind?

Vor allem ältere Musik, Pink Floyd, Aerosmith, Cat Stevens, die Beatles, auch mal AC/DC. Von den aktuellen Bands gefällt mir Coldplay am Besten. Deutsche Musik höre ich eher selten. Viele Texte von "Wir sind Helden" finde ich sehr eindrucksvoll. Ich wünsche den jungen Kollegen auf jeden Fall, dass sie auch die 30 Jahre schaffen, so wie wir.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen