Bundesliga produziert Schlagzeilen - Verdacht der Wett-Manipulation - Özat wohlauf - Schalke, HSV und BVB top - Erster Sieg der Bayern

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01. September 2008, 12:53 Uhr

Düsseldorf - Die Bundesliga entwickelt schon in einem frühen Saison-Stadium ihr komplettes Schlagzeilen-Potenzial. Der neuerliche Verdacht von möglichen Manipulationen beunruhigt den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL). Der Kölner Profi Ümit Özat brach in Karlsruhe bewusstlos zusammen, ist aber nach eigenen Angaben wieder wohlauf. Beim Titelfavoriten aus München ging das Warten auf den ersten Sieg zu Ende, Neuling 1899 Hoffenheim erlitt dagegen in Leverkusen mit 2:5 die erste Pleite. Schalke 04, der mit Transfers stark gemachte Hamburger SV und Borussia Dortmund liegen vor der Länderspiel-Pause an der Spitze.

DFB und DFL leiteten erste Schritte zu einer eingehenden Untersuchung ein, nachdem „Der Spiegel“ von Auffälligkeiten und Wetteinsätzen von mehreren Millionen Euro beim Erstligaspiel zwischen Hannover und Kaiserslautern (26. November 2005) und beim Zweitliga- Match zwischen Karlsruhe und Siegen (7. August 2005) berichtet hatte. Die Täter würden bei nachweisbaren Verfehlungen konsequent nach allen Möglichkeiten bestraft, hieß es. Bereits am Samstag sei ein Unternehmen mit einer Analyse der Begegnungen beauftragt worden. Anhaltspunkte für Manipulationen gebe es bislang nicht, hieß es.

Ümit Özat, Kapitän des 1. FC Köln, ist nach Angaben vom Samstagabend wieder wohlauf. „Ich bin ein bisschen müde, aber ich fühle mich sehr gut“, sagte der Türke, der beim 2:0 seines Teams beim Karlsruher SC bewusstlos zusammengebrochen war. Allen stockte der Atem. Der 31-Jährige befand sich in einem lebensbedrohlichen Zustand, Wiederbelebungsmaßnahmen wurden angewandt. Weitere Untersuchungen sollen mögliche Folgeschäden ausschließen. „Ich werde hoffentlich bald wieder dabei sein können“, kündigte Özat erleichtert an.

Nach dem „Stotterstart“ mit zwei Remis setzte der FC Bayern am Sonntag ein erstes Ausrufezeichen. Tore von Luca Toni, Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Miroslav Klose verhalfen dem Team von Trainer Jürgen zum umjubelten 4:1-Kantersieg über Hertha BSC. Weniger glanzvoll kamen die Stuttgarter im zweiten Sonntagsspiel zu einem 2:0 über Hannover 96.

Anders als der FC Bayern bleibt Champions-League-Starter Werder Bremen nach dem 2:3 bei Aufsteiger Borussia Mönchengladbach weiter sieglos. Auch der wegen seines Olympia-Einsatzes lange schmerzlich vermisste Hoffnungsträger Diego konnte das 2:3 nicht verhindern. „Auf unsere Profis warten unruhige Tage“, sagte Manager Klaus Allofs, der die Art des Werder-Auftritts für „schlimmer als die drei verlorenen Punkte“ erachtete.

Bremen und das Top-Trio Schalke, HSV und Dortmund, das 1:0 bei Energie Cottbus gewann, sind nach drei Spieltagen schon fünf Punkte auseinandergedriftet. „Auf Schalke“ registrierten die Verantwortlichen erleichtert, dass die Elf von Trainer Fred Rutten nach der 0:4-Blamage von Madrid zumindest national ihre Konkurrenzfähigkeit behielt. „Nach dem Madrid-Spiel haben alle gedacht, dass wir stolpern, aber wir haben Charakter gezeigt“, hielt Torschütze Heiko Westermann fest. Der HSV lag bei Arminia Bielefeld schon 0:2 zurück, gewann aber noch 4:2 und ist mit seiner offensiven Einkaufspolitik, dem ansehnlichen Punkte-Konto und toller Moral auf dem Weg zu einem Spitzenteam.

Diese Momentaufnahme ist bei Neuling 1899 Hoffenheim seit dem 2:5 von Leverkusen Vergangenheit. „Naive Tore“, so Angreifer Vedad Ibisevic, habe der entthronte Tabellenführer hinnehmen müssen. Doch erst mit dem vierten Gegentreffer war die höchst unterhaltsame Partie entschieden. „Wir waren beim 4:2 natürlich erleichtert“, konstatierte Bayer-Chefcoach Bruno Labbadia. Sein Wolfsburger Kollege Felix Magath war nach dem 2:2 des VfL gegen Eintracht Frankfurt verärgert: „Wir haben geradezu um den Ausgleich gebettelt. Da war mehr drin“, sagte Magath. Mit dem Remis verpasste der VfL einen Vereins-Startrekord und den Anschluss an die Führenden.

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