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Naturschützer: Küstengewässer ist keine Rennstrecke : BUND ist gegen Power-Boot-Rennen

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In der Wismarbucht ist für das Wochenende vor Boltenhagen ein Poker Run mit PS-starken Booten geplant. Der BUND protestiert nun gegen die Durchführung dieser Veranstaltung.

svz.de von
erstellt am 25.Jul.2011 | 10:51 Uhr

In der Wismarbucht ist für das kommende Wochenende vor Boltenhagen ein so genanntes Poker Run mit PS-starken Booten geplant. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) protestiert nun gegen die Durchführung dieser Veranstaltung und fordert zudem ein Verbot solcher Power-Boot-Rennen in der Wismarbucht.

Die Wismarbucht ist nach Ansicht des Naturschutzexperten des BUND, Arndt Müller, "ein Küstengewässer und keine Rennstrecke für adrenalinhungrige Geschwindigkeitsfanatiker." Die Power-Boote erzeugen, so Müller, viel Lärm, "und sie vertreiben nicht nur die Wasservögel, sondern auch hochgradig geschützte Meerestiere wie Schweinswale, Seehunde und Kegelrobben."

Der Veranstalter, die Firma Yachting International aus Boltenhagen, wiegelt ab und widerspricht: Die Boote hätten zwar bis zu 2000 PS und fahren auch bis zu 200 Kilometer pro Stunde. Doch vor Boltenhagen würden sich die Fahrer gar keine Rennen liefern. Der Poker Run sei nur eine Ausfahrt. Die PS-starken Boote fahren also nur langsam über die Ostsee - so wie viele Segel- und Motorboote auch. Und ausgewiesene Naturschutzgebiete - so wie vom BUND befürchtet - werden auch nicht befahren - die Aufregung sei also unbegründet, hieß es vom Veranstalter.

Das sieht der Bund für Umwelt und Naturschutz anders: Müller fürchtet, dass der Ruf der Wismarbucht als Urlaubsort "durch so eine Spaßgesellschaft" für Naturfreunde ruiniert werde. "Die Vereinbarung zwischen Wassersportlern, Anglern und Umweltbehörden zum Schutz der Wismarbucht wird damit zur Makulatur", so Müller.

Die Wismarbucht ist eines der bedeutendsten Vogelschutzgebiete der Ostsee. Vor sechs Jahren hatten sich Wassersportler, Angler und andere Nutzer der Wismarbucht mit der Umweltverwaltung des Landes auf eine freiwillige Vereinbarung verständigt, mit der sie sich verpflichten, das "wertvolle Meeresgebiet schonend zu behandeln und damit dessen Naturschutz- und Erholungswert langfristig zu sichern."

Gegenüber der Genehmigungsbehörde, dem Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck reklamiert der BUND, dass die Verträglichkeit des Bootsrennens mit den Naturschutzzielen des Gebietes nicht ausreichend untersucht wurde. Damit habe sich die Behörde über Naturschutzrecht hinweggesetzt. Zudem seien Umweltbehörden und Naturschutzverbände nicht umfassend angehört worden. Besonders unverständlich ist aus Sicht des BUND, dass sich die TUI AG als Betreiberin des Hotelkomplexes "Weiße Wiek" Boltenhagen als Hauptsponsor der "umweltschädigenden Veranstaltung betätigt."

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