Bützow – Rostock ohne Umweg

Die Stadtvertreter machen sich für Bützow als Bahnstandort stark. Sie fordern in ihrer Stellungnahme zum Regionalen Raumentwicklungsprogramm, dass Bützows Bahnverbindungen eine höhere Priorität bekommen, und sprechen sich für die direkte Verbindung Bützow – Rostock aus.

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24. April 2008, 08:10 Uhr

Bützow - Im Entwurf des Regionalen Raumentwicklungsplans, zu dem die Gemeinden und Städte derzeit Stellung nehmen müssen, ist Bützow verkehrsmäßig der so genannten Verbindungsfunktionsstufe Drei zugeordnet. Von dieser Stufe hängt unter anderem die Priorität für Instandsetzung und Erhalt der Verkehrswege – wie der Bahn – ab. Je höher die Einstufung, desto größer ist die Chance auf finanzielle Förderung dieser Wege.

Die Stadtvertreter wollen, dass Bützow höher gestellt wird, auf Stufe Zwei. „Wir haben viele Pendler, da ist zum Beispiel die direkte Bahnverbindung Bützow – Rostock wichtig, die wollen wir erhalten“, sagt Bauamtsleiterin Doris Zich. In ihrer Stellungnahme sprechen sich die Stadtvertreter auch für diese direkte Verbindung aus. „Letztendlich ist es natürlich immer eine Preisfrage, ob man mehr bezahlt und mit dem Intercity direkt nach Rostock fährt, oder mit der Regionalbahn über Güstrow oder Schwaan.“
Bis zu drei Zugverbindungen stündlich gibt es täglich zwischen Bützow und Rostock, entweder mit dem Intercity direkt in nur 19 Minuten oder dem Regionalexpress über Schwaan oder Güstrow. Die längste Strecke dauert derzeit eine Stunde und eine Minute – mit 20 Minuten Aufenthalt in Güstrow.
Die Stadtvertreter halten eine solche Anbindung „in wirtschaftlicher und zeitlicher Hinsicht für die Bürger nicht erklär- und zumutbar“. Sie fürchten: Bützow könnte per Zug bald nur noch über Güstrow mit Rostock verbunden sein.

Gerd Schäde vom zuständigen Amt für Raumplanung beruhigt: „Die Bahnstrecke Bützow – Rostock hat oberste Priorität und bleibt auch direkt bestehen, denn sie ist Teil des Fernverkehrs.“ Über den Vorschlag der Höherstufung werde dann diskutiert. Er gibt aber zu bedenken: „Die Bahn wird sich dazu auch äußern, wenn sie das als Nebenstrecke sieht, auf der sie wenig verdient. Hier prallen Interessen aufeinander.“ In Bayern habe es deswegen schon Klagen von Kommunen gegen die Bahn gegeben. Auch das Verkehrsministerium könnte noch Einsprüche haben.

Bahnsprecher Burkhard Ahlert konnte gestern zu den Plänen der Bahn noch keine Angaben machen und verwies an das Verkehrsministerium. Hier sagte ein Sprecher, die Verträge mit der Bahn laufen bis 2019, Bützow bleibe mindestens im Zwei-Stunden-Takt angeschlossen.

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