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Netzwerk fordert Änderung bei Pachtvertrags-Praxis : Bürgerinitiativen protestieren vor dem Landtag

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Bürgerinitiativen gegen die Genehmigung weiterer industrieller Großmastanlagen in MV ziehen am 26. Januar um 11 Uhr zu einer Protestaktion vor den Schweriner Landtag.

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erstellt am 21.Jan.2011 | 11:36 Uhr

Die Protestaktion richtet sich gegen die fortgesetzte Politik des Landes für die Ansiedlung industrieller Großmastanlagen für Hähnchen, Schweine und Legehennen. Die Aktion wird vom BUND, den JUSO Mecklenburg-Vorpommern, den JUSOS Schwerin, Bündnis 90/ Die Grünen, attacc und dem Netzwerk der Bürgerinitiativen in Mecklenburg-Vorpommern unterstützt.

Angekündigt sind Bürger aus mehr als 15 Gemeinden, die von aktuellen Planungen für industrielle Tierhaltungsanlagen für bis zu 400 000 Hähnchen, 28 000 Schweinen, 10 000 Sauen und 35 000 Ferkeln betroffen sind.

Aktueller Anlass für die Aktion sei der vorzeitige Baubeginn, der für eine geplante Hähnchenmastanlage in Kuppentin erteilt wurde, obwohl das Genehmigungsverfahren, bei dem zahlreiche Widersprüche auftraten noch nicht abgeschlossen ist, so der BUND. Unmittelbar im Nachbardorf Gallin wird eine weitere Broilermastanlage für 300 000 Tiere in einem Raumordnungsverfahren geplant. Dabei sei die Vorbelastung durch die Nachbarschaft nicht einbezogen, moniert der BUND. Alle Bürgerinitiativen sind durch den Verlauf der Genehmigungsverfahren betroffen, die nur in zwei Fällen mit einem Raumordnungsverfahren, das die Berücksichtigung der Belange von Gemeinden, Tourismus und Verkehr erlaubt, durchgeführt werden.

Die im Netzwerk "Bauernhöfe statt Agrarfabriken" gemeinsam mit dem BUND und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft organisierten Bürgerinitiativen haben einen Forderungskatalog an die Landesregierung beschlossen. Darin fordern sie unter anderem ein Ende für die Praxis des Landes Pachtverträge für Landwirtschaftsbetriebe mit dem Land nur zu verlängern, wenn die Betriebe in industrielle Tierhaltungsanlagen investieren. Die Förderung des Baus industrieller Geflügelmastanlagen aus dem Investitionsförderprogramm des Landwirtschaftsministeriums soll beendet werden, stattdessen sollen in bestehende Anlagen Luftfilter eingebaut werden, die die Belastungen und Gesundheitsgefahren durch die Abluft mindern. Die Genehmigungsverfahren sollen auf einer vollständig geänderten Grundlage durchgeführt werden und nur noch artgerechte Tierhaltungssysteme gefördert werden, so die Forderungen.

Der vollständige Forderungskatalog sowie eine Liste der aktuellen Anlagenplanungen sind im Internet unter www.bund.mv.de zu finden.

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