Bucki schwimmt in die Freiheit

Bucki hat den Weg in die Nordsee zurückgefunden. Foto: ddp
Bucki hat den Weg in die Nordsee zurückgefunden. Foto: ddp

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10. September 2008, 09:50 Uhr

Stenungsund/Stralsund - Bucki hat es geschafft. Der Buckelwal, der in diesem Sommer wochenlang Küstenbewohner, Touristen und Schiffsbesatzungen entlang der Küste Mecklenburg-Vorpommerns in Aufregung setzte, hat den Weg aus der Ostsee gefunden und ist offenbar unterwegs in den Atlantik.

Das vielleicht letzte Foto von dem etwa zwölf Meter langen Tier gelang dem schwedischen Kanuten Erik Sjöstedt im Skagerrak, als er am 30. August nahe der Schäreninsel Käringön vor der schwedischen Westküste paddelte. Forscher in Schweden, Dänemark und Deutschland sind sich darin einig, dass es sich bei dem abtauchenden Wal eindeutig um jenes Tier handelt, dem die Rüganer im August liebevoll den Namen Bucki gegeben hatten.

Beweise bestätigen Vermutungen
„Ganz klar, das ist er“, sagt Carl Christian Kinze, international anerkannter Walforscher in Dänemark. Der Biologe hat die Aufnahme mit Fotos aus deutschen und dänischen Gewässern verglichen und festgestellt, dass bei allen Abbildungen immer die gleichen Kratzer unterhalb der Rückenfinne des Wales zu sehen sind. Damit sei die Sensation komplett, sagt der 52-jährige Forscher. Denn zum ersten Mal konnte nachgewiesen werden, dass ein Buckelwal, der sich in die Ostsee verirrt hat, den Weg zurück findet.

Zwar seien Buckelwale schon mehrfach in der Ostsee beobachtet worden, bestätigt Kinzes deutsche Kollegin Anja Gallus vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund. Aber dann seien die Sichtungen immer plötzlich abgerissen, ohne dass Totfunde gemeldet wurden. „Wir konnten dann immer nur vermuten, dass das betreffende Tier den Weg in die Freiheit zurückgefunden hat.“

Überlebenschance im Atlantik
Nach Ansicht der Experten hat der zuletzt ziemlich abgemagerte Bucki nun doch noch eine echte Überlebenschance. Das Tier, das in der Ostsee offenbar nur wenig Nahrung gefunden habe, könne schon im Atlantik wieder reichlich Hering, Sprotten und Sandaale auftreiben, hofft Kinze. Er glaubt sogar auf dem jüngsten Foto zu erkennen, dass der Wal schon wieder etwas an Gewicht zugelegt hat.

Die Wissenschaftler interessiert jetzt vor allem, welchen Weg der Wal einschlägt. Wendet er sich gen Norden in die atlantischen Sommerquartiere der Wale, wo sie sich mit Krill die Fettreserven für den Winter anfressen, oder schließt er sich den inzwischen nach Süden ziehenden Walen an?

Bucki war zuerst am 25. Juli vor Rügens Kap Arkona aufgetaucht. Später wurde das Tier mehrfach vor Rügen und Dänemark, dann in polnischen Gewässern, vor Rostock, in der Lübecker Bucht und im Kattegat gesichtet. „Möglicherweise taucht Bucki ja doch noch mal für ein Foto auf“, hofft Kinze.

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