Einwohner von Utecht und Umgebung fühlen sich schikaniert : Brückensperrung sorgt für Unmut

Mit Sporttaschen und Kindersitz unterm Arm machten sich gestern Nachmittag diese Utechter auf den Weg von MV nach Schleswig-Holstein. Denn die Wakenitzbrücke ist zum wiederholten Mal für Fahrzeuge gesperrt. Michael Schmidt
Mit Sporttaschen und Kindersitz unterm Arm machten sich gestern Nachmittag diese Utechter auf den Weg von MV nach Schleswig-Holstein. Denn die Wakenitzbrücke ist zum wiederholten Mal für Fahrzeuge gesperrt. Michael Schmidt

Kilometerlange Umwege müssen tausende Kraftfahrer bei Utecht in Kauf nehmen. Denn seit gestern ist die Wakenitzbrücke in Rothenhusen wegen Bauarbeiten gesperrt.

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07. Dezember 2010, 11:34 Uhr

Dort sollen die beiden Straßenrampen an der Brücke durch Fahrbahnschwellen ersetzt werden.
Umweltschützer wollen dadurch erreichen, dass Autofahrer den Brückenbereich zum Schutz der Tierwelt langsamer überqueren. Eine Folge der Vollsperrung ist, dass Kinder aus der Gemeinde Utecht zu Fußmärschen gezwungen sind, um zur Kita, zur Schule oder zum Sportverein zu gelangen. "Das ist ganz großes Kino hier. Man kann es nur noch mit Humor nehmen", ärgerte sich gestern Nachmittag der Utechter Heiko Nowack, als er mit drei Kindern das Westufer der Wakenitz erreichte. Von dort aus machte er sich mit den Knirpsen per Auto auf den Weg zum Tennis-Nachwuchstraining in Lübeck.

So wie Nowack machen es inzwischen viele Familien. Wer von ihnen zwei Autos besitzt, parkt das eine Fahrzeug auf der Westseite, um damit Fahrten in Schleswig-Holstein zu absolvieren. Das andere Auto bleibt auf der Ostseite für Fahrten in MV. Umwege von bis zu 30 Kilometern Länge wollen viele nicht in Kauf nehmen. Stattdessen nehmen sie einen zwei Kilometer langen Fußweg auf sich - auch um Spritkosten zu sparen.

Utechts Bürgermeister Andreas Spiewack hofft, dass die Bauarbeiten bis zum 18. Dezember abgeschlossen sind. Der Ärger über die Vollsperrung in der Vorweihnachtszeit ist bei ihm noch längst nicht verflogen. "Wie zu einer solchen Jahreszeit gebaut werden kann, ist mir schleierhaft. 50 Prozent der Kinder aus Utecht und Campow besuchen Kitas und Schulen in Groß Grönau und Lübeck und sind auf diese Brücke angewiesen. Verlierer sind auch Einzelhändler auf beiden Seiten der Wakenitz", verdeutlicht Spiewack.

Damit der Zeitplan gehalten werden kann, soll im Baubereich u. a. ein Zelt errichtet werden, damit der Beton schneller abbinden kann und vor Frost geschützt ist. Sollte es nichtsdestotrotz zu Bauverzögerungen kommen, könnten auf den Kreis Herzogtum Lauenburg als Aufftraggeber Vertragsstrafen zukommen. Nach SVZ-Informationen soll es sich dabei um mögliche Zahlungen von mehreren tausend Euro pro Tag handeln.

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