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20. August 2017 | 00:33 Uhr

Brückenschlag im Durchbruchstal

vom

Kläden | Unter Naturfreunden aus nah und fern gilt das wildromantische Durchbruchstal des Flüsschens Mildenitz nicht von ungefähr als "Geheimtipp", denn kaum an einem anderen Fleckchen hierzulande ist die landschaftsprägende Kraft des Wassers noch so urwüchsig nacherlebbar. Zudem erschließt ein gut beschilderter Rundwanderweg unter stellenweise über 200-jährigen Rotbuchen dies auch all jenen, die diesem fast naturbelassenen Flusslauf nicht mit dem Kanu folgen.

Auf gerade mal vier sehr abwechslungsreichen Kilometern ab der Alten Mühle unweit des Dörfchens Kläden - in einer engen Doppelkurve der B 192 zwischen Dabel und Dobbertin gelegen - folgt man der Markierung "RL5" auf grünem Grund. Dabei bildet die ehemalige Anlage der noch bis ins 19. Jahrhundert betriebenen Wassermühle den ersten Übergang über den nordwärts fließenden Wildbach, der sich teilweise bis zu 15 Meter tief in die von Eiszeitgletschern aufgetürmte Endmoräne eingeschnitten hat. An seinem Lauf sind einerseits die prähistorischen Prall- und Gleithänge deutlich ausgeprägt. Andrerseits ist auch die beim heutzutage wesentlich geringerem Durchfluss natürliche Dynamik noch spürbar, etwa an dem jetzt bewusst vom Menschen nicht ausgeräumten Totholz sowie Dank eingestellter "Uferpflege".

Der beschriebene Rundwanderweg liegt in der Kernzone eines 1996 unter Schutz gestellten Naturschutzgebietes an der Nahtstelle der beiden benachbarten Naturparke Sternberger Seenland und Nossentiner/Schwinzer Heide.

Aus deren Netzwerk professioneller und ehrenamtlicher Naturschützer und Einwohner kam auch der Wunsch, den zweiten Flussübergang zu erneuern in jenem Bereich, wo die Mildenitz die Hügel in Richtung der bei Neu Woserin beginnenden Seenkette verlässt. Gut drei Jahre habe es gedauert, bis den Beteiligten eine praktikable Variante mit eigenen Kapazitäten und Fördermitteln einfiel, erinnert sich Frank Zerbe. Dem Leiter des für das Gebiet zuständigen staatlichen Forstamts Sandhof und Dobbertins ehrenamtlichem Bürgermeister Horst Tober war es schließlich gelungen, die Kräfte vor Ort zu bündeln. Wohl keinen Moment zu früh, wie der Blick auf die morschen Reste der inzwischen demontierten Holzkonstruktion nahe legt.

Ende August haben Forstamtsmitarbeiter unter der Regie des Revierförsters Roland Rünger Hand in Hand mit Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Dobbertin das Werk in Angriff genommen. Inzwischen sind anstelle der alten sechs neue Stützpfähle aus 6,5 Meter langen Kiefernstämmen über drei Meter tief in den Boden gerammt und standsicher eingespült. Die darüber gelegte Brückenkonstruktion aus ebenfalls vor Ort gewonnenen Hölzern nötigte selbst dem Zimmerermeister Matthias Brandt aus Groß Niendorf staunende Anerkennung ab, als er dieser Tage für die abschließende Montage eines kindersicheren Holzgeländers auf die Baustelle kam. Solch eine solide Qualitätsarbeit auf eigentlich völlig ungewohntem Terrain hätte er gelernten Forstwirten kaum zugetraut, lobte der Fachhandwerker die Akteure Clemens Autrum, Heinz Ahrens, Volker Krüger und Wolfgang Kelb frei heraus.

Dass solche Worte Balsam für die Ohren ihres Chefs waren, versteht sich von selbst. Daher nahm sich Forstamtsleiter Zerbe auch spontan vor, zur bevorstehenden 20-Jahrfeier der Naturparkgründung genau an dieser Stelle ein "Brückenfest" vorzuschlagen. Damit würde nicht nur das Können seiner eigenen Leute ins rechte Licht gerückt, sondern auch die ideenreiche Kooperation mit Naturparkgemeinden wie Dobbertin. "Alleine hätten wir das nicht geschafft!"

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erstellt am 16.Sep.2010 | 06:47 Uhr

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