zur Navigation springen

Landkreis Ludwigslust-Parchim : Brückenbau trennt Dörfer für Monate

vom

Die Kreisstraße 4 zwischen Langen Brütz und Kritzow erhält eine neue Brücke. Mit dem Abriss des alten und maroden Bauwerks über die Warnow wird Mitte Februar begonnen. Die Bauzeit soll vier Monate betragen.

svz.de von
erstellt am 06.Jan.2012 | 09:03 Uhr

Langen Brütz | Die Kreisstraße 4 zwischen Langen Brütz und Kritzow erhält eine neue Brücke. Mit dem Abriss des alten und maroden Bauwerks über die Warnow wird voraussichtlich Mitte Februar begonnen. Das kündigte der Landkreis Ludwigslust-Parchim an. Die Bauzeit soll vier Monate betragen. Die neue Brücke wird als Stahlbeton-Rahmenbauwerk, also in traditioneller Betonbauweise, errichtet. Ursprünglich war eine Variante aus Wellblechrohr mit Betonverfüllung im Gespräch. Doch diese wurde verworfen. Eine Betonbrücke sei langlebiger, informiert Hubert Dierkes, Geschäftsführer der IBD Ingenieur gesellschaft Verkehrs- und Brückenplanung mbH Raben Steinfeld, die mit der Planung und Bauüberwachung des Projektes beauftragt wurde.

Die neue Brücke wird 12,05 Meter breit, denn sie wird gleich mit einer Radwegespur gebaut. Die alte ist nur 8 Meter breit. Wann der eigentliche Radweg entlang der Kreisstraße allerdings gebaut wird, stehe noch nicht genau fest, so der Langen Brützer Bürgermeister Gunnar Weinke. Lange Zeit war unklar, ob der Radweg überhaupt über die Brücke führen soll oder ob er vorher endet und auf der anderen Seite weitergeführt wird. Die Gemeinde hat sich für die Radspur entschieden, auch wenn sie dafür Geld in die Hand nehmen muss. Denn später eine separate, kleine Brücke für die Radler zu errichten, sei aussichtslos - aus Gründen des Naturschutzes. Aus eben diesen Gründen wird es auch keine Behelfsbrücke für den Fahrzeugverkehr geben. Bürgermeister Weinke: "Der Landkreis hat uns mitgeteilt, dass es sich in diesem Bereich um einen so genannten priori tären Erlenbestand handelt, der unbedingt schützenswert ist."

Für die Dauer der Bauarbeiten wird die Straße daher voll gesperrt, teilt der Fachdienst Straßen- und Tiefbau der Kreisverwaltung mit. Die Gemeinde mit ihren zwei Dörfern ist dann geteilt.

Einwohner der Gemeinde Langen Brütz und benachbarter Kommunen müssen eine zum Teil erheblich längere Umleitung in Kauf nehmen. Der Landkreis weist als großräumige Umleitung die Strecke über Kritzow, Vorbeck, Gneven, Godern, Görslow, Leezen nach Langen Brütz aus.

Ortskundige werden sicher auch die Verbindung von Gneven über die Betonspurbahn durch den Wald in Richtung Görslow nutzen und so einige Kilometer sparen.

Für den Busverkehr wird in Kritzow und Langen Brütz jeweils eine Wendeschleife eingerichtet, teilt der Landkreis mit. Fahrplanänderungen werden durch das Busunternehmen SGS Bus und Reisen rechtzeitig bekannt gegeben.

Der gesamte Brückenbau kostet voraussichtlich 650 000 Euro. Das Land stellt einen Zuschuss von rund 400 000 Euro bereit. Das entspricht 65 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, informiert der Landkreis. Die Gemeinde Langen Brütz ist mit ihrem Anteil für den Radwegespur auf der Brücke beteiligt. Dieser Anteil wird auf 27 000 Euro geschätzt.

Noch in diesem Monat findet eine Bauanlaufberatung mit dem Landkreis Ludwigslust-Parchim als Bauherr, dem beauftragten Baubetrieb aus Wittenförden und dem Planungsbüro statt. Dann werden die ersten konkreten Schritte festgelegt. Denn bevor es mit dem Baugeschehen überhaupt losgehen kann, müssen an der Warnow einige Bäume gefällt werden. Diese Maßnahme ist mit dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt abgestimmt worden, heißt es.

Grund für den Neubau der Brücke ist ihr schlechte bauliche Zustand. Das Bauwerk ist stark in Mitleidenschaft gezogen. Deshalb dürfen schwere Laster schon seit einigen Jahren nicht mehr darüber fahren, die Fahrbahn ist eingeengt.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen