Krisenstimmung an der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein : Brücken-Sperrung: Utecht schlägt Alarm

„Die Vollsperrung hat weitreichende Folgen. Wir müssen sie verhindern.“ - Andreas Spiewack, Bürgermeister Utecht
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„Die Vollsperrung hat weitreichende Folgen. Wir müssen sie verhindern.“ - Andreas Spiewack, Bürgermeister Utecht

Ohne jegliche Vorwarnung will der Landkreis Herzogtum-Lauenburg ab Montag die Kreisstraße und damit die Brücke über die Wakenitz zwischen Utecht und Rothenhusen für drei Wochen sperren. Der Bürgermeister ist schockiert.

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26. November 2010, 08:31 Uhr

Utecht | Krisenstimmung an der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein: Ohne jegliche Vorwarnung will der Landkreis Herzogtum-Lauenburg ab Montag die Kreisstraße und damit die Brücke über die Wakenitz zwischen Utecht und Rothenhusen aufgrund von Straßenbaumaßnahmen für drei Wochen sperren. Ein Verwaltungsakt der Utechts Bürgermeister Andreas Spiewack fast Sprache verschlägt: "Wir ringen nach Worten." Nach seinen Angaben wurde die Gemeinde erst gestern über die Maßnahme informiert. Es handelt sich um die dritte Vollsperrung seit der Fertigstellung des Brückenneubaus in 2009.

Die Kreisverwaltung mit Sitz in Ratzeburg steht jetzt unter Druck: "Wir haben keine andere Wahl", sagt Michael Birgel. Der Fachbereichsleiter Regionalentwicklung und Bau im Nachbarkreis weist auf ein Mediationsverfahren zur Konfliktbeilegung mit Umweltschützern hin. "Bis zum 31. Dezember müssen wir zwei Aufpflasterungen zur Durchsetzung einer Geschwindigkeitsregulierung installieren." Eine Forderung des Bundes für Umwelt und Natur, der neben den bereits installierten Ottertunnel eine weitere Verkehrsberuhigung als wichtigen Umweltbeitrag ansieht. Darüber hinaus sei allein schon aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen die Maßnahme nur mit Vollsperrung realisierbar, so Birgel. Der zeitliche Ablauf sei nicht optimal, aber der Kreis Herzogtum-Lauenburg habe über Monate um Alternativen zur Aufpflasterung gerungen. "Jetzt müssen wir die Auflagen erfüllen. Sonst droht ein weiteres Verfahren", so Birgel.

Die Folgen der behördlich verordneten Maßnahme sind weitreichend: Schulen, Kidergärten und Arbeitsstätten in Schleswig Holstein sind ab Montag nicht auf direktem Weg erreichbar. Spiewack prognostiziert Auswirkungen auf den Einzelhandel: "Die gesamte Region kauft im benachbarten Groß Grönau ein. Den Händlern drohen vor den Feiertagen massive Umsatzeinbußen." Der Utechter ist verärgert. Er sieht nur eine Möglichkeit: "Die Vollsperrung verhindern." Seine Kritik richtet er ebenso an den Nordwestkreis. Eine Sprecherin Verwaltung sagte gestern gegenüber der SVZ: "Baulastträger und allein verantwortlich ist der Nachbarkreis." Der Nordwesten sei seiner Informationspflicht mit der Aufstellung von Hinweisschildern nachgekommen.

Thandorfs Bürgermeister Wolfgang Reetz sucht diese vergeblich: "Am Donnerstag waren keine Schilder zu sehen." Er würde sich nicht wundern, wenn Bürger auf Transparenten das eigentliche Problem benennen. Reetz weiter: "Der Adventsmarkt wurde mit tausenden von Euros beworben. Jetzt findet kein Lübecker nach Thandorf." Er sehe jetzt Landrätin Birgit Hesse in der Pflicht: "Wir müssen vor dem Verwaltungsgericht Schwerin einen Aufschub der Arbeiten erreichen."

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