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Laage: „Potenzialanalyse“ Projekt im Berufsorientierungsprogramm : Brücke gebaut - Stärke gezeigt

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Klebeband, Schaschlikspieße, Band, zwei Stühle. Das war gestern die Ausgangsposition für Schüler der Klasse 7 d des "RecknitzCampus" Laage, um eine Brücke zwischen zwei Stühlen zu bauen.

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erstellt am 02.Mär.2011 | 10:57 Uhr

Klebeband, Schasch likspieße, Band, zwei Stühle im Abstand von einem Meter. Das war gestern die Ausgangsposition für die 13 Jungen und drei Mädchen der Klasse 7 d des "RecknitzCampus" Laage, um eine Brücke zwischen zwei Stühlen zu bauen. Zeit: 20 Minuten. Ziel: Eine Ein-Liter-Flasche musste zehn Sekunden auf der Brücke liegen bleiben. Drei Brücken wurden von drei Gruppen gebaut. Alle schafften es.

Die Aufgabe war ein Teil einer so genannten Potenzialanalyse (siehe Stichwort), die der Verein "Lernen aktiv" Güstrow als Projekt in 7. und 8. Klassen regionaler Schulen umsetzt. Laage war gestern die letzte Station. Im kommenden Schuljahr werde es weiter gehen, kündigte Projektleiterin Ute Glaevke an.

Zurück zum Brückenbau: Von Beginn an arbeiteten die Schüler intensiv und konstruktiv. Jeder steuerte einen Vorschlag bei, wie die Brücke entstehen soll. Dort ein Spieß, da ein Spieß, dort ein bisschen kleben oder dort das Band befestigen. Es wurde viel geredet, ausprobiert, wieder verworfen. Als es zum Ende ging spornten sich alle noch einmal gegenseitig an. Alle wollten, dass die Literflasche nicht auf die Erde fällt. Als die Flaschen liegen blieben, flogen die Hände vor Begeisterung in die Luft und es wurde geklatscht. Diese Aufgabe des Projektes gelang sehr gut.

"Das war knifflig und lehrreich und machte Spaß. Mir gefiel, dass ich das gemeinsam mit anderen Schülern geschafft habe. Ich bin eher ruhig und beim Brückenbau bin ich richtig aus mir herausgegangen", sagte gestern Schülerin Stefanie Wohmann. Klassenkamerad Max Beutel ergänzte: "Mein Selbstbewusstsein ist gestärkt worden. Gut fand ich die Zusammenarbeit in der Gruppe. Auch mit denen, mit denen man sonst nicht so klar kommt." Auch das Fazit der Klassenlehrerin Marion Rauch fällt positiv aus: "Das Projekt verdeutlichte Stärken und Schwächen der Schüler. Es sind Kompetenzen entwickelt worden. Die Schüler arbeiteten selbstständig und zeigten Teamfähigkeit, obwohl sie in der Gruppe sonst nicht so gern arbeiten." Schulsozialarbeiterin Gudrun Möller sieht das ähnlich: "Das Projekt stärkt die Kompetenz der Schüler. Sie erkennen ihre Schwächen und wissen, woran sie zu arbeiten haben. Generell ist es gut, schon in der 7. Klasse an den Beruf zu denken."

Projektleiterin Ute Glaevke ist naturgemäß von der Potenzialanalyse überzeugt: "Die Schüler tankten Selbstbewusstsein, erprobten sich in verschiedenen Aufgaben, die nichts mit der Schule zu tun haben. Es machte ihnen Spaß, für sich und im Team erfolgreich zu sein. Wir werten das Projekt mit jedem Schüler aus. Er erhält ein Zertifikat, das er bei der Bewerbung vorlegen kann. Wir können nachweisen: Alle haben Stärken, auch die nicht so leistungsstarken Schüler."

Das wurde auch mit anderen Aufgaben an den beiden Tagen nachgewiesen: beim Backen, beim Uhrenkauf, beim Abschluss eines Handy-Vertrages, beim Pizzadienst. Alles Dinge, die aus dem Leben gegriffen sind. Zum Abschluss zeigten die Schüler, dass sie eine Kaffeetafel decken können. Als alles fertig war, aßen sie gemeinsam ihren selbstgebackenen Kuchen auf.

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