Brandenburger Energie aus Kräftemix

Brandenburg wird auch in Zukunft Strom exportieren können – selbst wenn einige Braunkohlekraftwerke aus Klimaschutzgründen vom Netz gehen sollten.

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14. September 2008, 08:39 Uhr

Cottbus - Helfen könnten dabei so genannte Hybrid-Kraftwerke, die auch bei der Verwendung erneuerbarer Ressourcen eine stabile Produktion sicherstellen. Dies ist das Ergebnis einer großen Studie, die vergangene Woche in Cottbus vorgestellt wurde. Erarbeitet wurde sie von Professoren der BTU Cottbus im Auftrag des Potsdamer Wirtschaftsministeriums. Kooperationspartner waren dabei neben Unternehmen der Windkraft und Biomasse auch die in der Region tätigen klassischen Stromversorger wie E.ON und Vattenfall.

Die von der Landesregierung beschlossenen Pläne zum Ausbau der erneuerbaren Energien verlangen allerdings, so die Wissenschaftler, erhebliche Investitionen im Bereich der Hoch- und Höchstspannungsnetze. Nur dann sei gewährleistet, dass der durch Windkraft oder Solaranlagen erzeugte Strom auch genutzt werden könne. Das jetzige Netz sei abseits der wenigen großen Kraftwerksstandort nur darauf ausgerichtet, die Nachfrage zu regeln. Notwendig aber seien neue Leitungen, die aus den ländlichen Gebieten, in denen heute schon und in Zukunft noch wesentlich mehr Strom aus Windkraft-, Biogas und Solaranlagen eingespeist wird. Die notwendigen Investitionen dafür sind insbesondere im Südwesten Brandenburgs erheblich, erfordern aber auch in der Prignitz zusätzliche Hochspannungsleitungen und Transformatoren. Berechnungen der Wissenschaftler, die auch von derzeitigen Netzbetreibern für realistisch gehalten werden, gehen von Kosten in Höhe von über 800 Millionen Euro aus.

Beim Ausbau der erneuerbaren Energien setzen die beteiligten Professoren auf Hybrid-Kraftwerke, die durch die Kombination unterschiedlicher Stromerzeuger eine dauerhaft gleichbleibende Stromproduktion garantieren sollen. Dabei werden die bei den Windkraftanlagen anfallenden Spitzenwerte in Speicher abgeleitet, die dann bei Windstille genutzt werden. Einige der dafür benötigten Komponenten sind allerdings noch nicht voll entwickelt. Solche Hybridkraftwerke könnten dann auch an das überregionale Höchstspannungsnetz angeschlossen werden.

Ein erstes dieser neuen Kraftwerke sollte in einer der wenig besiedelten Regionen Brandenburgs, am besten in der Uckermark, realisiert werden. Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns sagte bei der Vorstellung in Cottbus, er sei besonders darüber erfreut, dass hier erstmals traditionelle Unternehmen der Stromwirtschaft mit neuen Anbietern zusammenarbeiten.

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