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Klinikum Greifswald: Evakuierung geprobt : Brand auf Station 5

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Feiner bissiger Rauch quillt unter dem Türschlitz von Patientenzimmer 2.5.54 in den Gang von Station 5. Die Tür fühlt sich heiß an. Schwester Anett erkennt die Gefahr sofort und löst Alarm aus.

Feiner bissiger Rauch quillt unter dem Türschlitz von Patientenzimmer 2.5.54 in den Gang von Station 5. Die Tür fühlt sich heiß an. Schwester Anett erkennt die Gefahr sofort und löst Alarm aus. Im nagelneuen Bettenhaus 2 des Greifswalder Klinikums flackern die Notfallleuchten auf. Nur auf einen akustischen Alarm hat die Klinikleitung, die sich sofort in der Koordinierungsstelle versammelt hat, bei der Übung gestern verzichtet.

Es gehe um einen Test, sagt Peter Quaschner, Übungsleiter und Vorstandsmitglied der Greifswalder Universitätsmedizin. "Wir proben erstmals die Evakuierung eines unserer sechs neuen Bettentürme, unter praxisnahen Bedingungen und zwar möglichst, ohne unsere Patienten zu verunsichern."

Auf Station 5 überwacht Stationsarzt Sebastian Hartwig unterdessen die Räumung der Patientenzimmer. 17 herbeigeeilte Pfleger und Krankenschwestern stützen die als Patienten eingesetzten Statisten. Mehrere gehunfähige Kranke werden mit Rollstühlen oder Betten aus dem gefährdeten Bereich in einen anderen Versorgungstrakt gebracht. Eine der Schwestern dokumentiert die Namen der Betroffenen und ihre Verlegung. Ihre Notizen sind wichtig für die Mitarbeiter einer Hotline, über die sich später Angehörige über den Verbleib der Patienten informieren können.

Die Tür von Zimmer 2.5.54 bleibt ungeöffnet. Zu groß sei die Gefahr einer Explosion, warnt ein Berater der Feuerwehr. "Menschenrettung geht vor, aber spielen Sie nicht den Helden", warnt er die Helfer. Im schlimmsten Fall müsse man die Rettung der dahinter liegenden Patienten den Einsatzkräften der Feuerwehr überlassen.

Probleme beim Funkkontakt

Fünf Minuten nach Alarmauslösung rücken fünf Einsatzwagen von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr mit Blaulicht vor dem Haupteingang des Klinikums an. Einsatzleiter Uwe Vent rennt zum Schlüsseltresor, nimmt den Generalschlüssel des Krankenhauses in Empfang, informiert sich in der klinikeigenen Brandmeldezentrale über den Ort der Alarmauslösung und versucht per Funk Kontakt mit der Koordinierungsstelle der Krankenhausleitung zu bekommen.

Unterdessen sind die Löschzüge an Wasserhydranten angeschlossen und eine Verbindung zu den hauseigenen Steigwasserleitungen zu den Stationen hergestellt worden. Im Ernstfall könnten jetzt pro Löschwagen 200 Liter Wasser je Minute in die vier Etagen des Bettenturms gepumpt werden, sagt Einsatzberater Heino Korthause.

Zwei Stunden nach Übungsbeginn äußert sich Leiter Quaschner zufrieden. Die 16 Patienten seien schnell und sicher evakuiert worden. Probleme habe es noch beim Funkkontakt zwischen Klinikleitung und Feuerwehr gegeben. Die Übung habe aber auch gezeigt, dass das Klinikum Greifswald als eines der modernsten deutschen Krankenhäuser auch im Brandfall deutlich sicherer sei als die alten, nach und nach freigezogenen Vorgängerkliniken in der Innenstadt.

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erstellt am 23.Jun.2011 | 11:02 Uhr

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