Brähmer kämpft sich durch schweren Schlaghagel zur erfolgreichen Titelverteidigung

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20. Dezember 2009, 02:11 Uhr

Am Ende ließ der Jubel über eine erfolgreiche Titelverteidigung die Schreckminute in der zehnten Ringrunde vergessen: Jürgen Brähmer, der gebürtige Stralsunder, der seit Jahren seinen Lebensmittelpunkt in Schwerin hat, durfte sich nach zwölf Runden gegen den enorm schlagstarken Russen Dimitri Sukhotsky den WM-Gürtel der WBO erneut umbinden und mit "seinen" 7000 Fans in der Schweriner Sport- und Kongresshalle jubeln.

Doch die After-Show-Party wird der 31-Jährige wohl ausfallen und stattdessen seine Wunden im Klinikum nähen lassen müssen: Nachdem Brähmer sieben Runden lang wie ein souveräner Titelverteidiger aussah, schwächelte er ab Runde acht und stand in Durchgang zehn sogar haarscharf vor einem Knockout. "Vor heimischen Publikum legt man immer noch einmal 50 Prozent mehr rauf", erklärte der Champion nach dem Fight, warum er den fast 30 Sekunden andauernden harten Schlaghagel Sukhotskys stehend ertrug. Danach unterbrach der Ringrichter den Kampf - Brähmer hatte zwei Cuts über beiden Augen, einer davon fünf Zentimeter lang und sehr tief. Doch auf Nachfrage des Ringarztes, ob die Sicht beeinträchtigt sei, verneinte der Schützling von Trainer Michael Timm. Das Duell ging weiter.

In den folgenden Runden erholte sich der WBO-Champ und konnte selbst wieder vermehrt Treffer austeilen. So fiel das Urteil der Punktrichter verdientermaßen einstimmig (116:112, 116:112, 118:112) für Brähmer aus.

Im Anschluß an diesen Wahnsinns-Kampf stieg gegen 1:00 Uhr morgens Sebastian Zbik in den Ring, um - wie er selbst sagte - auf dem Weg, das "Interims-" vor seinem WM-Titel des Boxverbandes WBC zu tilgen, einen Schritt weiter zu kommen. Sein Gegner war der Italiener Emanuele della Rosa - ebenfalls bis dato ungeschlagen, doch nie wirklich eine Gefahr für Zbik. Der Schützling von Trainer Fritz Sdunek parierte die teilweise wilden Attacken della Rosas sehr gut, agierte seinerseits technisch sauber. Und so ließ auch er sich nach der kompletten Kampfzeit völlig verdient den Gürtel des (noch) WBC-Interims-Cahmpions erneut umbinden - durchgeschwitzt, aber im Gegensatz zum Italiener so gut wie kaum gezeichnet. Fraglich bleibt, warum der Fight nur 2:1 nach Punkten (113:115, 117:111, 120:109) ausging. Hier muss wohl der mexikanische Punktrichter einen anderen Kampf gesehen haben.

Ein erfolgreiches Debüt als Profiboxer hat vor den ebiden Hauptkämpfen Amateur-Weltmeister Jack Culcay gefeiert. Der 24-jährige Darmstädter besiegte im Super-Weltergewicht den Tschechen Jindrich Kubin nach vier Runden einstimmig nach Punkten. Culcay hatte erst am 11. November einen Profivertrag über sechs Jahre bei der Universum Box-Promotion unterschrieben.

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