Boxstall hält trotz neuem Ärger zu Brähmer

Obwohl der Profiboxer Jürgen Brähmer erneut ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten ist, findet sein WM-Kampf am 18. Oktober in Dresden statt. Der Universum Boxstall und sein Boss Klaus-Peter Kohl stellten sich gestern demonstrativ hinter den Schweriner Boxer.

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03. September 2008, 07:13 Uhr

Auf der gestrigen Pressekonferenz in Dresden zeigte sich Brähmer gelassen. Die Vorwürfe der Schweriner Staatsanwaltschaft seien „lächerlich“ und „Schwachsinn“. „Ich bin völlig unschuldig. Die Vorwürfe sind aus der Luft gegriffen“, sagte er den anwesenden Journalisten.

Die Ermittlungsbehörde sieht das allerdings anders. Der mehrfach vorbestrafte 29-Jährige soll am frühen Morgen des 31. Mai in der Schweriner „Booze Bar“ einen Gast im Streit mit der Faust geschlagen und ihn unterhalb des Ohres verletzt haben (wir berichteten gestern ausführlich). Der 46-jährige Gast sei leicht verletzt und habe Strafanzeige gestellt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Brähmer wegen Körperverletzung.

Der Boxer ist 2005 auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen worden. Die Bewährungszeit wäre in zwei Wochen abgelaufen gewesen und die Reststrafe von etwa einem Jahr Gefängnis hätte ihm die Justiz erlassen. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft beantragt, diese Entscheidung aufzuschieben, bis das laufende Verfahren abgeschlossen ist. Ob es allerdings zur Anklage und Verurteilung kommt, ist noch offen. „Wir sind erst am Anfang der Ermittlungen“, sagte Oberstaatsanwalt Hans-Christian Pick.

Brähmers Arbeitgeber, die Hamburger Universum Box-Promotion, stellte sich gestern demonstrativ hinter den einst als „Jahrhundert-Talent“ bestaunten Boxer. Promoter Klaus-Peter Kohl sagte, er habe Jürgen Brähmer gleich nach Bekanntwerden der Ermittlungen angerufen. Der Schweriner habe auch seinem Boss gegenüber am Telefon erklärt, an den Vorwürfen der Schweriner Staatsanwaltschaft „sei nichts dran“. Kohl habe daraufhin seinem Schützling Unterstützung zugesagt: „Bei Jürgen machen wir keinen Fehler.“

Auch Brähmers Trainer Michael Timm stellte sich vor seinen Schützling. „Man muss immer wieder mit so etwas rechnen. Jürgen Brähmer wird wie Freiwild behandelt. Ich finde das unfair“, sagte Timm, der erst am Dienstag im Gespräch mit unserer Redaktion von den Ermittlungen erfahren hatte.

Auch ließ der Boxstall gestern auf der Pressekonferenz in Dresden keinen Zweifel daran, dass der von Brähmer lang ersehnte Box-Kampf um einen WM-Titel trotz der Ermittlungen stattfinden wird. Der in Stralsund geborene Profiboxer will am 18. Oktober in Dresden gegen den Weltmeister Hugo Hernan Garay aus Argentinien um die WBA-Weltmeisterschaft im Halbschwergewicht kämpfen.

Brähmer selbst stand letztmals am 13. Dezember 2007 wegen Verdachts auf Körperverletzung vor Gericht. Er hatte im Jahr zuvor einen Mann mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen, der sich an Brähmers Auto zu schaffen gemacht hatte. Der Boxer wurde allerdings nach nur 30 Minuten Verhandlung wegen Geringfügigkeit des Vergehens vom Richter freigesprochen.

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