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20. September 2017 | 22:11 Uhr

Sternberg : Boxen gegen Gewalt

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"Boxen statt prügeln" nennt Harry Tarassow das Credo eines neuen Projektes der Jugendarbeit in Sternberg.Auf diese Weise solle zunehmender Gewalt, Rechtsextremismus und Koma-Saufen entgegegenwirkt werden.

svz.de von
erstellt am 24.Mär.2011 | 03:00 Uhr

"Boxen statt prügeln" nennt Harry Tarassow das Credo eines neuen Projektes der Jugendarbeit in Sternberg. Seit dieser Woche läuft es in Trägerschaft des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB): Kinder und Jugendliche sollen über den Sport gestärkt werden. "Das ist im Landkreis einmalig", so Tarassow. Auf diese Weise solle zunehmender Gewalt, Rechtsextremismus und Koma-Saufen entgegegenwirkt werden.

"Starke Jugend vor Ort" ist der Titel des Projektes, das zunächst für bis Jahresende vom Landkreis Parchim gefördert werde. Die Idee: Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 20 Jahren sollen für ein gemeinsames Engagement begeistert werden, ihren Sportraum mit einrichten. "Sie werden bei Tischler-, Zimmermanns-, Maler- und Schlosserarbeiten angeleitet", so Tarassow. "Die Motivierung erfolgt über das sportliche Interesse", sagt der 61-Jährige. Er werde ("mit Helfern") hinterfragen, warum jemand z.B. boxen lernen möchte, Interesse lenken.

In dem Raum werde es ein umfassendes Angebot in Kampfsportarten wie Boxen und Karate, Selbstverteidigung, Tai Chi, Yoga zur Stressbewältigung und Rückenschule geben. "Damit wollen wir die Sozialkompetenz der Jugendlichen stärken, positive Lebensperspektiven vermitteln und das Selbstwertgefühl erhöhen", erklärt Denise Schroeder vom ASB Schwerin-Parchim. Geplant sei auch berufliche Frühorientierung mit Unterstützung von Firmen.

Harry Tarassow betont, dass die Kampfsportarten den Charakter der jungen Menschen, den Durchhaltewillen und das Verständnis für Gut und Böse formten und förderten - "ein Beitrag zur Gewaltprävention". Durch verschiedene Übungen lasse sich die Konzentrationsfähigkeit in der Schule verbessern. Nicht zuletzt könnten Kinder ihren Rücken stärken, um Probleme beim Tragen des Ranzens vorzubeugen. Mitte April soll ein Raum für das Jugend-Projekt bereit stehen; derzeit spreche er an Sternberger Schulen vor.

Noch im Vorjahr scheiterte Tarassow mit dem Versuch, Jungen und Mädchen "von der Straße zu holen", wie er es nennt. Über den Projektträger DRK hatte er das Mikroprojekt "Starke Jugend" beim Landkreis Parchim beantragt. Es folgte Verwirrung zum Träger, das Projekt bekam den Zuschlag nicht. Tarassow kehrte dem DRK den Rücken und trat dem ASB bei (SVZ berichtete).

Ehrgeizige Pläne hatte der Sternberger schon damals: Der große Hamburger Boxstall Universum mit bekannten Faustkämpfern wie Ruslan Chagaev und Jürgen Brähmer signalisierte Unterstützung. Mediendirektor Georg Nolte sagte 2010: "Ich kann mir vorstellen, dass wir mit einer Abordnung von Boxern das Projekt unterstützen." Darauf hofft Harry Tarassow jetzt auch: "Die Kontakte zum Boxstall sind noch warm." Verbindungen gebe es auch zu den Boxern von Traktor Schwerin, die ein ähnliches Jugend-Projekt in der Landeshauptstadt begleiten. Tarassow: "Wir wollen auch Talente sichten, die dann nach Schwerin gehen könnten."

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