Boizenburger Unternehmen bringt neuen Fruchtgummi auf den Markt

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05. Mai 2008, 07:48 Uhr

Boizenburg - Sie sehen aus wie Gummibärchen, schmecken wie Gummibärchen und sind doch anders. Das neue Fruchtgummi „Actident“ des Unternehmens Mederer enthält Kalziumionen, die den Zahnschmelz von Naschkatzen aufbauen und so gegen Säureangriffe wappnen sollen, erklärt Betriebsleiter Hans-Jürgen Schmid. Der Chef der Mecklenburger Gummi Bear Factory, dem Flaggschiff der Firmengruppe, ist stolz auf die Neuheit, die seit dem Jahreswechsel in Boizenburg (Kreis Ludwigslust) produziert wird.

Knapp eine Million Euro flossen in eine spezielle Kochanlage für die streng geheim gehaltene „Kalzium-Schmelze“, die der Masse für die Gesundheits-Bärchen zugesetzt werde. Sie seien über mehrere Jahre zusammen mit einem Würzburger Zahnmediziner entwickelt worden.
Innovationen seien nötig, denn auf dem Fruchtgummi-Markt trete bereits eine Sättigung ein. „Steigerungen werden nicht mehr so wie vor Jahren möglich sein“, sagt Schmid. Das Unternehmen profitiere aber noch von der weiteren EU-Ausdehnung der Discounter.

Die deutschen Süßwarenhersteller insgesamt sind nach Angaben des Branchenverbandes angesichts von Preissteigerungen bei Rohstoffen, Energie und Endprodukten zwar umsatzmäßig positiv ins Jahr 2008 gestartet. Im Vergleich zu den ersten beiden Monaten im Vorjahr stieg der Umsatz um drei Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Der Absatz aber ging um 0,7 Prozent auf insgesamt 225 113 Tonnen leicht zurück, hieß es. Innovationen seien gefragt.

MV zähle zu einer der ersten Adressen für die Herstellung neuartiger Süßwaren, meint Firmeninhaber Herbert Mederer. Die Fürther Gruppe gehört eigenen Angaben zufolge nach dem Branchenmogul Haribo weltweit zu den führenden Anbietern von Fruchtgummi. Das 1948 gegründete Familienunternehmen beschäftigt rund 2000 Mitarbeiter an sieben Produktionsstandorten in Deutschland, Spanien, Tschechien und China, davon 330 in den Werken Boizenburg und Hagenow.

Die Mecklenburger realisierten etwa 40 Prozent des 230 Millionen Euro umfassenden Umsatzes (2007) oder der 100 000 Tonnen Jahresproduktion der Gruppe, so Schmid. In den Export ginge rund die Hälfte der Erzeugnisse, die in 100 diversen Formen und Geschmacksrichtungen gegossen würden.

Von den Bändern der vier Anlagen im Nordosten Deutschlands laufen täglich 140 Tonnen Gummibärchen und Co. Auf diese Kapazität waren die Werke laut Schmid mit 18 Millionen Euro Investitionen 2005 und 2006 erweitert worden.

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