Blutspender nahmen Drogen - Staatsanwaltschaft ermittelt

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13. August 2008, 05:17 Uhr

Schwerin - Die Staatsanwaltschaft Schwerin ermittelt gegen drei Männer, die trotz Drogenkonsums Blut spendeten. In ihren Blutkonserven seien Betäubungsmittel nachgewiesen worden, teilte Oberstaatsanwalt Hans-Christian Pick am Mittwoch mit.

Die Behörde ermittle wegen Betruges und versuchter Körperverletzung gegen die 23, 25 und 28 Jahre alten Männer, sagte Pick. Die Männer hätten in Schwerin öffentlich damit geprahlt, ihren Alkohol- und Drogenkonsum mit Blutspenden zu finanzieren. Dabei sei die Polizei auf sie aufmerksam geworden.

Der Ärztliche Geschäftsführer des Zentralen Instituts des DRK-Blutspendedienstes für Mecklenburg-Vorpommern, Wolfgang Stangenberg, sagte, Spender machten sich strafbar, wenn sie Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenmissbrauch verheimlichen. Vor der Aufnahme als Spender hätten sie einen Fragebogen auszufüllen und über Infektionskrankheiten, Medikamenteneinnahme oder Abhängigkeiten Auskunft zu geben.

Der Arzt seinerseits müsse bei der Spende auf möglichen Alkohol- und Drogenkonsum des Spenders achten. „Ein Drogenabhängiger kann einem aber durch die Lappen gehen“, sagte Stangenberg. Das abgenommene Blut werde im Labor unter anderem auf HIV, Hepatitis und Syphilis untersucht. „Einen Screeningtest für alle Drogen gibt es aber nicht. Wonach sollte man suchen?“, erläuterte der Arzt.

Das DRK setzt auf freiwillige und unentgeltliche Blutspenden, demgegenüber zahlen Universitätskliniken und private Blutspendedienste für Spenden in der Regel 25 Euro als Aufwandsentschädigung. Ein höheres Risiko der Infektionsübertragung bei bezahlten Blutspenden ist Stangenberg zufolge aber bisher nicht nachgewiesen.

Das Berliner Robert-Koch-Institut plane eine weitere Untersuchung dazu. Stangenberg sagte: „Ich bin sehr froh, dass wir viele langjährige, regelmäßige Dauerspender haben, denen wir vertrauen können.“

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