Blutspender im Kreis dringend gesucht

<strong>Kaum noch  Blut:</strong> Askar Baher und Heidrun Görsch im fast leergeräumten Lager.<foto>Cordes</foto>
Kaum noch Blut: Askar Baher und Heidrun Görsch im fast leergeräumten Lager.Cordes

svz.de von
23. Juli 2010, 05:51 Uhr

Schwerin | Die Reserven werden knapp bei der Blutbank des DRK in Schwerin. "In dieser Woche konnten wir einige Krankenhäuser nicht mehr ausreichend beliefern", sagt Reinhard Wohlgemuth vom DRK-Blutspendedienst. "Jetzt entscheiden wir nach Dringlichkeit." Grund für die brenzlige Situation: Hitze, Sommerferien, aber auch die Konkurrenz von privaten Unternehmen. Die vergüten eine Blutspende mit durchschnittlich 20 Euro. Für das DRK ist das keine Option. "Wer sein Blut gibt, soll das freiwillig tun", so Wohlgemuth.

Vor allem in Schwerin bekommt der Blutspendedienst die zahlungskräftige Konkurrenz zu spüren: Schulen, Behörden und große Firmen waren früher sichere Banken für das DRK. Bei Spendeterminen kamen dort an die 100 Konserven zusammen. "Vor zwei Tagen waren wir im Technologiezentrum und kehrten mit gerade mal 15 Spenden zurück", sagt Wohlgemuth. Beim Blutspendedienst in der Wismarschen Straße wurde zur gleichen Zeit 20 Menschen Blut abgezapft. Insgesamt 35 Konserven - eine viel zu kleine Ausbeute für einen Tag. "Wir brauchen durchschnittlich 120 Konserven pro Tag für unsere Krankenhäuser"; so Wohlgemuth. Beliefert werden die Kliniken aus dem ehemaligen Bezirk Schwerin: Boizenburg, Hagenow, Ludwigslust, Parchim, Plau, Güstrow und Wismar.

In den ländlichen Regionen sei die Bereitschaft, unentgeltlich Blut zu spenden, zwar grundsätzlich größer, doch da schlägt jetzt der Hitzefaktor zu: "Viele Leute fühlen sich nicht gut, leiden unter Bluthochdruck, kommen deshalb nicht zu uns", sagt Wohlgemuth. Außerdem sinke bei hohen Außentemperaturen der Hämoglobin-Wert im Blut. "In Gadebusch mussten wir jetzt elf potenzielle Spender ablehnen wegen eines zu niedrigen Hb-Wertes", so Wohlgemuth.

"Mit unseren Blutreserven stehen wir kurz vor dem Notstand", sagt Wohlgemuth. "Wir brauchen jetzt jeden Spender jeden Alters." Angesprochen sind alle Gesunden im Alter zwischen 18 und 68 Jahren: "Bevor sich sie Leute ein kühles Plätzchen suchen, sollten sie bitte erstmal an die Kranken denken und spenden gehen." Sollten die Konserven im alten Bezirk tatsächlich ausgehen, werde erst einmal um Hilfe beim Nachbarn angefragt, so Wohlgemuth. Der DRK-Blutspendedienst Niedersachsen habe noch Rationen übrig.


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