Blockade beendet, Streik geht weiter

Seit Dienstag, 22.30 Uhr, ist die Zufahrt zur Molkerei Karstädt wieder frei. Das bedeutet aber keineswegs das Ende des Milchlieferstreiks der Prignitzer Bauern.

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05. Juni 2008, 06:32 Uhr

Karstädt - Die Milchbauern, die den Eingang der Karstädter Molkerei seit vergangenem Donnerstag dicht gemacht hatten, kamen mit der jetzigen Freigabe der Bitte des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) an alle protestierenden Landwirte nach, im Interesse der weiteren Verhandlungen um existenzsichernde Milchpreise die Molkereizufahrten zu öffnen.

„Jetzt gilt der absolute Schulterschluss, wir müssen alle weiter in einer Richtung laufen, bis vernünftige Preise erreicht sind“, appellierte Helge Dieckmann aus Brunow an die Bauern, in den nächsten Tagen mit Konsequenz und Solidarität untereinander den Milchlieferstreik fortzusetzen. Man wolle jedoch nicht die eigene Molkerei in die Knie zwingen, sondern den Einzelhandel an den Verhandlungstisch zwingen, machten mehrere Redner klar.
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Der, so ist sich Dieckmann sicher, ist aber nur zu Zugeständnissen bereit, wenn der Milchindustrieverband mit einer Stimme aller Molkereien mit dem Lebensmitteleinzelhandel verhandelt. „Ansonsten erreichen wir keine Nachhaltigkeit“, unterstreicht der Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft Brunow. Und unter Nachhaltigkeit versteht Dieckmann nicht nur kostendeckende Preise, sondern auch eine Steuerungsfunktion der Milchmengen, die nach seiner Ansicht nicht die Landwirte, sondern nur die Molkereien ausüben könnten.

„Eine Produktion von Übermengen an Milch darf es nicht mehr geben. Er trug mit zum Preisverfall bei. In Zukunft muss die Milchproduktion mit einem vernünftigen Preis den Markterfordernissen angepasst werden.“ Diese Forderung von Arnold Bluhm aus Glövzin richtete sich sowohl an die Milchbauern, Molkereien und Politik zugleich.

Hinter die streikenden Milchbauern stellte sich auch der Prignitzer Landrat Hans Lange: „Die Chance ist einmalig, ihr müsst sie jetzt nutzen, bis das Ziel erreicht ist. Denn ihr seid sehr, sehr weit. Eine zweite Chance gibt es nicht.“

Auch wenn die Landwirte die Zufahrt der Molkerei wieder frei machten – mit Erlaubnis der Gemeinde stellten sie auf einem kommunalen Grundstück gegenüber der Molkerei genügend Technik ab, um im Notfall wieder alles zu blockieren. Auch ein Streikposten blieb vor Ort.

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