Blankenberger bekommen Unterstützung im Kampf gegen die Müllhalde

Auch im Blankenberger  Lindenweg türmt sich zur Straßenseite hin Elektroschrott. Foto: Roswitha Spöhr
Auch im Blankenberger Lindenweg türmt sich zur Straßenseite hin Elektroschrott. Foto: Roswitha Spöhr

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17. April 2008, 07:14 Uhr

Blankenberg - Seit mehr als zwei Jahren türmt sich Elektroschrott vor und neben einem Grundstück in der Blankenberger Dorfstraße und im Lindenweg. Im langwierigen Bemühen von Anwohnern und Gemeinde diesen Schandfleck zu beseitigen, gibt es jetzt auch Unterstützung vom Landkreis Parchim. Landrat Klaus-Jürgen Iredi, Bauordnungsamtsleiter Hans-Georg Zwang und Umweltamtsleiter Jochen Krippenstapel informierten auf einer Einwohnerversammlung vorgestern Abend im Blankenberger Gemeindehaus über vom Kreis eingeleitete Verfahren.

70 Bürger wollten aus erster Hand hören, ob sich nach fast zwei Jahren endlich eine für sie akzeptable Lösung anbahnt. Auf dem Weg ins Gemeindehaus liegt auch besagtes Grundstück und immer wieder hielten auch vorgestern Abend Autos davor an und blieben Bürger davor stehen. „Von dem, was wir in den vergangenen Jahren in Blankenberg an Positivem geschaffen haben, spricht bald kaum noch jemand. Auch Ortsfremde kommen jetzt schon in die Dorfstraße, um zu gucken“, ärgert sich Bürgermeister Peter Davids. „Wir wurden schon von Besuchern gefragt, ob wir auf einer Mülldeponie wohnen“, meint Brunhilde Dumke, die als Nachbarin mitten drin wohnt zwischen zwei Häusern, vor denen Elektroschrott lagert. „Wir würden gern etwas an unserem Haus machen, aber das geht so ja gar nicht“, sagt sie. Ein ganzes Dorf werde verschandelt, meint sie.

Auf der Versammlung im Gemeindehaus versprach Landrat Iredi den Bürgern, dass sich die öffentliche Verwaltung darum kümmern werde, dass so „ein Schmutzhaufen“ wegkomme. Er informierte, dass der Landkreis bauordnungsrechtlich vorgehe, aber an Fristen gebunden sei. Auf eine erste Anhörung hätten Verursacher und Grundstückseigentümer reagiert, wobei sich einer der beiden anwaltlich vertreten lasse, so Bauordnungsamtsleiter Zwang. Mit nächsten konkreten Aussagen, die gegenüber den Bürgern gemacht werden könnten, rechne der Landkreis zum Ende Mai. Iredi warb dafür um Verständnis. Der Landkreis wolle jeden weiteren Schritt gründlich vorbereiten, erklärte er und schloss auch nicht aus, dass die Auseinandersetzung vor Gericht gehen werde.

Kritische Worte für den Landrat hatte Anwohner und Unternehmer Uwe Schulz. Er hätte erwartet, dass der Landkreis auch zu den Fehlern in der Vergangenheit steht. „Seit über zwei Jahren ist die Problematik bekannt, aber bis zur letzten Gemeindevertretersitzung ist von Ihrer Seite nichts passiert“, warf er dem Landrat vor. Er habe schon wirtschaftliche Verluste und für die von ihm betriebene Ferienwohnung brauche er derzeit auch nicht zu werben, meinte er. Das gehe übrigens anderen Vermietern von Ferienwohnungen ebenso, so Schulz.

Bürgermeister Peter Davids erklärte, dass potentielle Hausbauer und Investoren angesichts des Zustandes auf dem besagten Grundstück sogar schon von ihrem Interesse Abstand genommen haben. „Wir führen in diesem Jahr auch keinen Frühjahrsputz im Dorf durch. Das macht wohl kaum Sinn angesichts dieser Situation“, erklärte er.

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