Birmas Staatsfernsehen: 22 000 Tote und 41 000 Vermisste

In dem vom Killer-Zyklon «Nargis» verwüsteten Birma läuft internationale Hilfe an. Foto: dpa
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In dem vom Killer-Zyklon «Nargis» verwüsteten Birma läuft internationale Hilfe an. Foto: dpa

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07. Mai 2008, 02:39 Uhr

Rangun/Singapur - Die Zahl der Opfer des Zyklons „Nargis“ ist drastisch gestiegen: Das Staatsfernsehen in Birma meldete am Dienstag nach Angaben der BBC 22 000 Tote, 41 000 Menschen würden zudem noch vermisst. Hunderttausende seien obdachlos. Unterdessen rollte die internationale Hilfe für das südostasiatische Land an.

Allerdings sind die Bedingungen in dem Land, das von der Militärjunta abgeschottet wird, für die Hilfsorganisationen weiterhin schwierig. Die meisten Verkehrswege seien blockiert, die Telefone ausgefallen. Die Organisation der Nothilfe sei „ein logistischer Alptraum“, da Boote und Lastwagen fehlten, berichtet die britische Hilfsorganisation „Save the Children“.

Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks UNICEF sind mehrere hunderttausend Familien durch verschmutztes Trinkwasser, Nahrungsmangel und Krankheiten bedroht. Eine Mitarbeiterin der Malteser-Hilfsorganisation sagte am Dienstag in Köln: „Die gesamte Bevölkerung von Rangun, einschließlich unserer Mitarbeiter, hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Wir konzentrieren uns auf die Wasserentkeimung mit Chlortabletten.“ UNICEF befürchtet eine zweite Katastrophe, wenn die notleidende Bevölkerung nicht schnellstens versorgt werde. In den verwüsteten Landesteilen lebten rund 24 Millionen Menschen.

Mit einem für das Regime ungewöhnlichen Hilferuf hatte sich der Informationsminister in Rangun am Dienstag an die Öffentlichkeit gewandt: „Wir brauchen Hilfe auch aus dem Ausland, wir freuen uns darüber“, sagte Kyaw Hsan. Wann und wie Hilfsgüter verteilt werden, war am Dienstag völlig unklar. „Wir können noch keine Einzelheiten nennen“, sagte Sozialminister Maung Maung Swe.

Der Zyklon „Nargis“ war am Samstag mit Windgeschwindigkeiten von 200 Kilometern in der Stunde über die Südküste hereingebrochen. Im Delta des Irrawaddy wurden ganze Dörfer zerstört. Millionen waren in der früheren Hauptstadt Rangun Tage nach dem Zyklon ohne Strom- und Wasser.

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