Landwirt Udo Porm aus Ruchow stellt sein neues Objekt vor : Biogasanlage passend zum Standort

Die Anlage läuft noch im Probebetrieb. Gerade zeigt der Monitor von 151 Kilowatt pro Stunde an, 250 sollen es bei voller Leistung werden, sagt Landwirt Udo Porm (M.). Planer Daniel Schirmer (r.) hatten interessierten Besuchern aus der Gemeinde die Funktionsweise erklärt. rüdiger rump
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Die Anlage läuft noch im Probebetrieb. Gerade zeigt der Monitor von 151 Kilowatt pro Stunde an, 250 sollen es bei voller Leistung werden, sagt Landwirt Udo Porm (M.). Planer Daniel Schirmer (r.) hatten interessierten Besuchern aus der Gemeinde die Funktionsweise erklärt. rüdiger rump

Landwirt Udo Porm aus Ruchow, einem Ortsteil der Gemeinde Mustin, hatte am Sonnabend alle Interessierten zu seiner Biogasanlage eingeladen, die derzeit im Probebetrieb läuft.

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30. Mai 2011, 12:33 Uhr

Ihn interessiert alles, was Technik betrifft, sagt Günter Prestin und zeigt sich beeindruckt. Der Mustiner, Jahrgang 1930, fragt nach, möchte genau wissen, wie aus Gülle, Mais und anderen pflanzlichen Stoffen Strom und Wärme erzeugt werden. Und den Technikraum mit dem Verbrennungsmotor würde er sich auch gern ansehen. Landwirt Udo Porm aus Ruchow, einem Ortsteil der Gemeinde Mustin, hatte am Sonnabend alle Interessierten zu seiner Biogasanlage eingeladen, die derzeit im Probebetrieb läuft. Jeder konnte sich informieren sowie Schwein am Spieß - natürlich aus eigener Produktion - und Getränke schmecken lassen. "Auf diese Weise bedanke ich mich für das Miteinander in der Gemeinde. Mir wurden keinerlei Steine in den Weg gelegt", sagt der Landwirt und Geschäftsführer der neuen Biogas GmbH Ruchow.

Die Anlage entstand kurz vor dem Ortsschild des Dorfes, genau am Sauenstall, den Porm 1992 von der Genossenschaft erworben hat. Er hält 700 produktive Sauen, insgesamt 3000 Tiere mit Ferkeln und Mastschweinen. Sie liefern die Gülle für die Biogasanlage. 40 Prozent umfasst deren Anteil ebenso wie die Maissilage. Das restliche Fünftel besteht aus Pflanzensilage und Triticale. Alles wird vergoren, ähnlich wie die Prozesse im Magen einer Kuh ablaufen, erklärt Projektentwickler und Planer Daniel Schirmer den Besuchern. Das dabei entstehende Methan wandelt ein Blockheizkraftwerk durch Verbrennung in Strom und Wärme um. Die Ausbeute beträgt jeweils gut 40 Prozent. Übrig bleibt ein flüssiges Gärprodukt, das noch alle Nährstoffe enthält, die dem Boden für die Bio gasanlage entzogen worden sind und dann wieder auf die Felder gelangen. "Wesentlich geruchsärmer als bei Gülle", fügt der Fachmann an. Die beiden riesigen Behälter nahe dem Dorfeingang würden nicht gerade schick aussehen, aber es rieche viel weniger als sie angenommen habe, bestätigt eine Besucherin.

Auf 250 Kilowatt pro Stunde ist die Anlage ausgelegt. Das ergibt eine Jahresleistung von mehr als zwei Millionen Kilowattstunden. Die Menge reicht für etwa 450 Durchschnittshaushalte. Der Strom fließt ins Netz der Wemag. Die Wärme als Nebenprodukt nutzt Udo Porm im Abferkel bereich. Hier müsste die Temperatur konstant 30 Grad betragen. Die Rotlichtlampen, die bislang dafür sorgten, werden nun nicht mehr gebraucht.

Mais von 100 Hektar benötigt der Landwirt für die Biogasanlage. Die weitere Erntemenge vermarketet er ebenso wie den Weizen. Auf 380 Hektar betreibt Porm Ackerbau. Er bewirtschaftet den Betrieb mit vier Angestellten, die Biogasanlage laufe praktisch nebenbei.

"Wir planen Biogasanlagen, die zum Energiepotenzial der Region passen. Das wird hier in einem landwirtschaftlichen Kreislauf genutzt. Diese Anlage ergänzt sinnvoll den Sauenstall", meint der Projektentwickler. Auch Rainer Barabas, Jagdpächter in Mustin, findet es "gut, dass hier angebauter Mais vor Ort verwertet wird". Er unterstütze derartige Kreisläufe. Allerdings müsse auch weiter gedacht werden. Es dürften "keine Maiswüsten" entstehen. Große Flächen müssten aufgelockert werden, um die
Artenvielfalt in Flora und Fauna zu bewahren, beispielsweise durch Blühstreifen.

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