Presek : Biogasanlage geht im Dezember in Betrieb

Die Behälter der Anlage (Hintergrund) sind bald einsatzbereit.
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Die Behälter der Anlage (Hintergrund) sind bald einsatzbereit.

Trotz derzeit eisiger Temperaturen gehen die Bauarbeiten an der neuen Biogasanlage in Presek tagtäglich voran. Schließlich soll die Anlage Mitte Dezember anfangen Biogas zu produzieren. Die drei Behälter stehen schon.

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26. November 2010, 08:29 Uhr

Presek | Trotz derzeit eisiger Temperaturen gehen die Bauarbeiten an der neuen Biogasanlage in Presek tagtäglich voran. Schließlich soll die Anlage Mitte Dezember anfangen Biogas zu produzieren. Die drei Behälter der Anlage stehen schon, zwei mit 24 und einer mit 30 Metern Durchmesser. "Die Biogasanlage wird eine Leistung von 500 kW pro Stunde haben", so Volker Simdorn, Geschäftsführer der SH Biogaserzeugung Hülseburg GmbH und Co. KG. "Die Idee kam im letzten Jahr auf, im Februar wurde dann der Bauantrag gestellt und im Dezember soll der Betrieb beginnen. Vollkommen fertig gestellt sein wird das Areal mit Bepflanzung und allem Drum und Dran aber erst im Frühjahr des nächsten Jahres." Während Fermenter, Nachgärer und Gärproduktbehälter schon stehen, befindet sich die Lagerhalle noch im Rohbau. Sie soll später zur Unterbringung von Mist, getrockneten Gärresten und anderen Substraten dienen, damit die nicht unter freiem Himmel einen unangenehmen Geruch verbreiten.

So eine Anlage ist im Prinzip wie die großtechnische Nachbildung eines Kuhmagens. Bei der sauerstoffreien Vergärung von organischem Material im Fermenter entsteht das Faulgas, das hauptsächlich aus Methan und Kohlendioxid besteht. Im Inneren der großen Behälter herrschen Temperaturen, die der Körperwärme entsprechen, damit die für den Gärungsprozess unentbehrlichen Bakterien existieren können. Das Biogas dient im Anschluss als Treibstoff für das Blockheizkraftwerk, das wie ein großer Otto-Motor funktioniert. "Der erzeugte Strom wird in das Netz eines lokalen Energieversorgungsunternehmens eingespeist. Die erzeugte Wärme geht in ein Netz, das den Bewohnern selbst gehört", so der Geschäftsführer. "Somit haben die Preseker Bürger teil am gesamten Wertschöpfungsprozess." Die durch das Kraft-Wärme-Kopplungsverfahren entstehende thermische Energie der Biogasanlage soll dazu genutzt werden, die Gebäude der Anlage selbst, verschiedene Stallungen und angrenzende Wohngebäude zu beheizen. Auch über die Effizienz lässt sich nicht streiten. "Wir müssen gerade einmal einen Teil Energie aufbringen, um am Ende acht Teile Energie herauszubekommen. Außerdem wird die Gülle der Rinderanlage in Hülseburg und der Hähnchenställe nicht direkt auf die Felder gestreut, sondern für unsere Anlage genutzt." Durch die Verwertung von Gülle in Biogasanlagen verringert sich die Freisetzung von Methan, das immerhin 23 mal schädlicher ist als Kohlendioxid. "Erst die Gärreste aus unserer Anlage kommen auf die Felder, denn die ergeben wertvollen Dünger", meint der Geschäftsführer. In den nächsten Wochen entscheidet sich auch, ob die Anlage noch vergrößert wird. Das hängt davon ab, ob das Vorhaben der Gemeinde Hülseburg, zum Bioenergiedorf zu werden, tatsächlich realisiert wird. "Wir möchten unabhängiger vom Öl werden und statt dessen die Wärme aus der Biogasanlage nutzen. Wenn schon so etwas vor der Haustür gebaut wird, dann sollte man diesen Umstand auch nutzen", so die Bürgermeisterin von Hülseburg, Brigitte Wolf. Die Entscheidung wird in der Woche vom 13. bis 17. Dezember fallen, denn dann wird ein Vertreter eines übergeordneten Ingenieurbüros aus Rostock eine Machbarkeitsstudie vor Ort durchführen, in der unter anderem die finanziellen Aspekte des Vorhabens geprüft werden. "Ich bin aber optimistisch, ebenso viele Einwohner, da auch sie daran interessiert sind, die Biogasthermie zu nutzen." Die Idee zu dem Vorhaben brachte ein Gemeindevertreter. "Völlig begeistert kehrte er von einem Seminar über Bioenergiedörfer zurück. Nicht nur ich, auch viele Einwohner sind inzwischen überzeugt und hoffen jetzt natürlich, dass hier grünes Licht für eine umweltfreundlichere Zukunft gegeben wird."

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