Interview mit Bürgermeister Dieter Hublitz : Biogasanlage bleibt brisantes Thema

Bürgermeister der Gemeinde Amt Neuhaus, Dieter Hublitz. Margit Hufsky
Bürgermeister der Gemeinde Amt Neuhaus, Dieter Hublitz. Margit Hufsky

Das Thema Biogasanlage sorgt bei der Bevölkerung im Amt Neuhaus immer noch für Unruhe. Die geplante Anlage in Darchau der Agrarvereinigung Darchau, hinter der die Ruhe Agrar aus Lüsche stehtkann nicht gebaut werden.

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02. Dezember 2010, 09:22 Uhr

Neuhaus | Das brisante Thema Biogasanlage sorgt bei der Bevölkerung im Amt Neuhaus immer noch für Unruhe. Hier gehen die Meinungen weit auseinander, und es gibt immer wieder zum Teil heftig kontrovers geführte Diskussionen.

Die geplante Anlage in Darchau der Agrarvereinigung Darchau, hinter der der Unternehmer Kunibert Ruhe der Ruhe Agrar aus Lüsche steht, kann nicht gebaut werden. Die Abstimmung im Rat war denkbar knapp. Mit nur einer Gegenstimme mehr ist das Projekt in Darchau nicht realisierbar.

Die Einen befürchten, dass dadurch der Tourismus zurückgedrängt wird, die Anderen, sagen, dass so eine Anlage viele Vorteile hat und u.a. auch die Landwirtschaft und die Vereine in der Region davon profitieren könnten sowie auch Arbeitsplätze gesichert wären. Der Unternehmer Ruhe plant bislang kleine Anlagen auf den Grundstücken seiner Mitarbeiter zu bauen, wenn es keine positive Entscheidung für eine große Biogasanlage gibt. Würde der Bau einer großen Biogasanlage in Darchau das nach wie vor wichtige Projekt Elbbrücke stören oder gar ganz verhindern, und wie steht es mit dem Natur-und Umweltschutz in diesem Gebiet? Margit Hufsky fragte beim Bürgermeister Dieter Hublitz nach.

Die Bürger im Amt Neuhaus sind verunsichert. Könnte der Bau einer großen Biogasanlage in Darchau Ihrer Meinung nach das für alle wichtige Projekt Elbbrücke gefährden?

Dieter Hublitz: Keiner will den Bau der Elbbrücke gefährden. Hier sind sich alle einig. Nach bisherigen Erkenntnissen sehe ich hier keine Berührungspunkte. Es sind aber noch keine FFH- und EU-Vogelschutzverträglichkeitsstudien gemacht worden.

Ist es aus Ihrer Sicht vorteilhafter eine große Anlage zu bauen?

Bei Einzelanlagen auf den verschiedenen Hofstellen, ist das Transportaufkommen bedeutend höher als bei einer großen Anlage. Hiermit könnten rund 200 Haushalte mit Fernwärme versorgt werden. Wichtig ist für uns, dass der Betreiber der Biogasanlage und des landwirtschaftlichen Betriebes ein und dieselbe Person sind.

Wie will sich die Gemeinde ihr Mitspracherecht sichern?

Das gesamte Gebiet muss überplant werden. Nur so haben wir im Nachhinein noch Mitspracherecht und können uns bei der späteren Planung mit einbringen.

Sind die Straßen, die zur Biogasanlage führen würden , für den Transport mit den großen Fahrzeugen ausgelegt?

Nein. Das könnte zu einem Problem werden, da die Straßen für die großen Fahrzeuge, die sich dann ja auch im Gegenverkehr begegnen werden bisher nicht ausgelegt sind.

Wie sehen jetzt die weiteren Schritte aus?

Am 16. Dezember findet die nächste Ratssitzung im Dorfgemeinschaftshaus in Dellien zu diesem Thema statt. Dann soll nach der Lage der neuen Fakten entschieden werden.

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