Bildungsminister Rupprecht gewährt Oberstufenzentrum Ausnahmeregelung

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05. Mai 2008, 07:23 Uhr

Prignitz - Vorbei die Zeit der eisernen Härte in der Schulpolitik. Bei seinem Besuch im Landkreis Prignitz verteidigte Bildungsminister Holger Rupprecht am Montag die Ausnahmeregelung für die gymnasiale Oberstufe am Oberstufenzentrum (OSZ). Offen ließ Rupprecht die Zuschusshöhe für die Schülerbeförderung im Landkreis.

Was zahlreichen Landschulen in der Prignitz zum Verhängnis wurde, gilt nicht für das OSZ Prignitz: die nackte Zahl der Anmeldungen. Derzeit sind es für die kommende gymnasiale Oberstufe 37, vor einem Jahr waren es noch 65, davor im Schnitt 90 bis 100, bilanziert Schulleiter Detlef Bork gegenüber dem Bildungsminister Holger Rupprecht. Der hat einer Ausnahme zur Bildung von Klassen bereits zugestimmt und bekräftigt diese als unerlässlich: „Wir müssen diesen Standort erhalten, brauchen diese Abiturmöglichkeit neben den drei Gymnasien im Landkreis.“

Mit Einführung des zwölfjährigen Abiturs als Standardvariante könne nur noch an Gesamtschulen oder am OSZ das Abitur nach 13 Jahren abgelegt werden – ein Angebot für Schüler, die sich erst nach der 10. Klasse für diesen Weg entscheiden. In der Prignitz besitze das OSZ damit ein Alleinstellungsmerkmal.

Teuer erkaufen muss sich die Schule die Ausnahme dennoch, denn Abstriche an der Kursauswahl seien unerlässlich. „Die zur Verfügung stehende Zahl der Lehrerstunden richtet sich nach der Schülerzahl, sie sinkt also. Bleibt die Regel bestehen, können wir fast nur noch Pflichtstunden anbieten, Schüler haben damit weniger Auswahl“, schildert Abteilungsleiterin Astrid Dahse die Konsequenz.

Schon jetzt musste das OSZ die Kursauswahl einschränken. Um den Schülern dennoch eine Vielfalt anbieten zu können, strebte die Schule eine Kooperation mit dem Gymnasium Wittenberge an. Das Konzept überzeugte Schulkonferenz und den Landkreis als Schulträger. Es scheiterte erst im Staatlichen Schulamt Perleberg – aus formalen Gründen. Diese Idee weiter zu verfolgen, aber auf andere Füße zu stellen, riet Rupprecht.

Das Kurssystem gehöre aus seiner Sicht sowieso auf den Prüfstand und zwar bundesweit. Langfristig sei es bei den sinkenden Schülerzahlen nicht zu finanzieren.

Stichwort Finanzierung: Wieviel Geld der Landkreis von den in Aussicht gestellten vier Millionen Euro für die Schülerbeförderung erhält, sei noch ungewiss. „Fest steht, wir bekommen Geld“, informiert die zuständige Geschäftsbereichsleiterin Danuta Schönhardt nach dem Arbeitsgespräch mit Landrat Hans Lange. Ein Entwurf liege vor, sei aber noch nicht öffentlich. Sollte der Landkreis eine Elternbeteiligung beibehalten, müsse diese sozial gestaffelt sein. Das zumindest bestätigt Minister Rupprecht. Einzelheiten könne er frühestens Ende Mai sagen.

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