Bier von A bis Z

Zu den vielen Gedenktagen, die üblicherweise unbemerkt am Verbraucher vorbeigehen, gehört auch der heutige „Tag des deutschen Bieres“. Dabei ist Bier als liebstes Getränk der Deutschen in fast aller Munde. Wie abwechslungsreich es sein kann, zeigt unser Bier-Alphabet.

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22. April 2008, 11:01 Uhr

Altbier


Altbier ist keineswegs alt, nur älter als viele andere Biere, wenn man das Brauverfahren betrachtet. Es stammt aus der Zeit, als es noch keine technischen Kühlverfahren gab und zur Herstellung von Bier fast überall in Deutschland obergärige Hefe verwendet wurde.
Altbier ist überwiegend Überwiegend am Niederrhein und in Düsseldorf, aber auch bundesweit erhältlich. Das klassische Vollbier wird mit einer Stammwürze von durchschnittlich 11,5 Prozent gebraut und hat einen Alkoholgehalt von etwa 4,8 Prozent. Altbier wird aus kurzen, gedrungenen 0,2l- Gläsern oder Altbierpokalen getrunken und häufig vom Fass ausgeschenkt; die ideale Trinktemperatur beträgt 8 bis 10 Grad Celsius


Berliner Weisse


Die Berliner Weiße ist ein spritziges obergäriges Bier, das mit einer Mischung aus Weizen- und Gerstenmalz gebraut wird. Pur schmeckt die Berliner Weiße leicht säuerlich, sie wird deshalb gern mit einem Schuss Himbeer- oder Waldmeistersirup getrunken. Berliner Weiße „rot” oder „grün” ist vor allem im Sommer beliebt, denn sie ist spritzig, erfrischend und lässt sich wunderbar durch einen Strohhalm genießen.

Bockbier


Bockbier ist ein leicht dunkles, vollmundiges Bier mit einem kräftigen Malzgeschmack. Es ist ein Bier für besondere Gelegenheiten. Deshalb wird auch relativ wenig davon gebraut. An der jährlichen Bierproduktion von knapp 110 Millionen Hektolitern haben Bockbiere einen Anteil von weniger als ein Prozent. Aber als Spezialität ist dieses starke Bier überall in Deutschland bekannt. Und auch wenn der Bockbieranstich heute vor alem in Bayern zelebriert wird: Erstmals gebraut wurde dieses Bier 1351 in Einbeck bei Hannover.
Bockbier ist ein Starkbier und hat es durchaus in sich. Es kommt auf einen Alkoholgehalt von rund sieben Prozent, der Doppelbock weist noch höhere Werte auf. Hier liegt die Stammwürze bei mindestens 18 Prozent und der Alkohol bei mehr als 7,5 Prozent. Es hat damit auch mehr Kalorien als ein „normales“ Vollbier.


Gläser


Biergläser reinigt man am besten in warmem Wasser mit etwas Spülmittel. Danach – ganz wichtig! – mit klarem Wasser abspülen. Fett und Spülmittelrückstände sind der Tod einer jeden Schaumkrone: Sie fällt sofort in sich zusammen. Gläser dürfen innen nicht abgetrocknet werden; am besten, man lässt sie einfach abtropfen.


Kölsch


Das helle, hochvergorene, obergärige Vollbier zeichnet sich nicht nur durch Qualität, Geschmack oder feinherbes Aroma aus, es gibt auch Privilegien und Eigenwilligkeiten, die für alle Kölsch-Brauer bindend und für alle Kölsch-Fans unverzichtbar sind. Kölsch brauen darf nämlich nicht jeder. 24 Brauereien unterzeichneten im März 1986 die „Kölsch-Konvention”. Mit ihr wurde „Kölsch” als geschützte geographische Herkunftsbezeichnung festgeschrieben. Das Bundeskartellamt erkannte diese Wettbewerbsregeln des Kölner Brauereiverbandes e.V. an, und damit dürfen nur diese Brauereien aus Köln und dem direkten Umland Kölsch brauen. Getrunken wird dieses Bier aus schlanken „Kölsch-Stangen“ mit einem Inhalt von meist 0,2 Liter.


Lager


Das dunkle Lagerbier ist genau wie sein heller „Bruder” ein untergärig gebrautes Vollbier, dessen Stammwürzegehalt zwischen zehn und 14 Prozent liegt. Das ergibt einen Alkoholanteil zwischen 4,6 und 5,6 Volumenprozent. Dunkel wird unter Verwendung von mindestens 50 Prozent dunklem Malz, dem sogenannten „Münchner Typ”, hergestellt. Wie bei den anderen dunklen Bieren, etwa dem Alt, ist das Malz für die Farbe des Bieres verantwortlich. Die optimale Trinktemperatur liegt bei 8 Grad Celsius.
LeichtbierLeichtbiere sind ebenso wie alkoholfreie Biere ein geeignetes Getränk, wenn man sein Bier sprichwörtlich „unbeschwert“ zu einem schmackhaften Essen oder in froher Runde trinken möchte.
Bei normalem Genuss dieser Leichtbiere ergeben sich Blutalkoholwerte, die deutlich niedriger sind, als es der um 30 Prozent verminderte Alkoholgehalt erwarten lässt. Der Grund: Bei diesen Bieren ist der Alkoholgehalt in eine größere Wasser- und Nährstoffmenge „eingebettet” als beim Vollbier.


Pils


Pils ist mit Abstand die beliebteste Biersorte in Deutschland. Sein Anteil am gesamten Bierausstoß liegt bei mehr als 65 Prozent. Vor allem Männer wissen den hopfig-herben Geschmack zu schätzen: Jeder zweite deutsche Mann trinkt mindestens einmal in der Woche ein Pils, ein Drittel sogar mehrmals in der Woche. Mit einer Stammwürze von rund elf Prozent und einem Alkoholgehalt von 4,8 Prozent ist Pils ein Vollbier. Pils schmeckt am besten, wenn es eine Temperatur von acht Grad hat – und wenn man sich beim Zapfen nicht zuviel Zeit lässt. In drei Minuten sollte das Glas gefüllt sein.

Schwarzbier


Anders, als seine kräftige Farbe vielleicht vermuten lässt, ist Schwarzbier kein Starkbier. Es wird mit einer Stammwürze von mindestens elf Prozent gebraut und gehört damit zu den Vollbieren. Der Alkoholgehalt liegt bei 4,8 bis 5 Prozent. Die tiefdunkle Farbe erhält Schwarzbier übrigens ausschließlich durch die Verwendung von dunklen Spezial- oder Röstmalzen. Schwarzbier wird überwiegend in Ostdeutschland gebraut und getrunken. In Thüringen beispielsweise ist das Schwarzbierbrauen schon seit 1543 urkundlich belegt.



Weizenbier


Weizenbier ist wohl das bayerischste aller Biere, seine Hochburg liegt eindeutig in Bayern. Doch von hier aus hat es in den letzten Jahren einen beachtlichen Siegeszug nach Norden angetreten: nicht nur bei den Brauereien, sondern vor allem bei den Verbrauchern.
Weizenbier muss mindestens 50 Prozent Weizenmalz enthalten. Da es bei der Lagerung hoch gespundet wird, hat es relativ viel Kohlensäure. Deshalb ist auch das einschenken ein besonderes Kapitel. Dazu braucht man die typischen Weißbiergläser. Sie sind hoch und leicht geschwungen. Deshalb kann die Kohlensäure im Weizen beim Einschenken eine schöne Schaumkrone entwickeln.
Auch wenn einige es für schick halten sollten: Zitronenscheiben haben im Weißbier nichts zu suchen. Sie verfälschen den Biergeschmack und lassen die Schaumkrone in sich zusammenfallen.

Zapfen


Ein Pils braucht nicht, wie der Volksmund sagt, sieben Minuten beim Zapfen – es sei denn, man mag schales Bier. Richtig ist vielmehr: Drei Minuten sind genau richtig für ein frisches Pils mit perfekter Blume. Durch längeres Zapfen entweicht zu viel Kohlensäure, und das Pils verliert seine Frische.
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