Bienenfleiß und Einfallsreichtum

Noch vor drei Jahren war es ein Schandfleck im Ort, heute freuen sich die Garzer über das Landhaus mit Bienenakademie, das der Vitalis e. V. geschaffen hat. Und das erzählten sie auch Matthias Platzeck.

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21. August 2008, 08:21 Uhr

Garz - Der brandenburgische Ministerpräsident war während seiner gestrigen Kreisbereisung nach Garz gekommen, um zu schauen, was hier auch mit Fördermitteln des Landes geschaffen wurde. Gleich gegenüber der Auffahrt zum Landbauernhof hatten es sich Garzer vor einem Grundstück bequem gemacht.

Platzeck ging als erstes zu ihnen. „Ich wollte einfach wissen, wie das Projekt im Dorf so ankommt“, kommentierte er. Es kommt gut an, das betonte auch Ortsbürgermeister Ulrich Schulz. Denn das einstige Gemeindehaus, das auch mal den Konsum und später den Jugendklub beherbergte, war seinerzeit in einem so schlechten baulichen Zustand, dass „wir als Gemeinde die Sanierung nicht hätten bestreiten können“, erinnert sich auch Plattenburgs Bürgermeisterin Gudrun Hoffmann.

So kam man mit dem Vitalis Berlin-Brandenburg e. V. ins Gespräch. Der Verein, der sich „im kreativen Sinn als Regionalentwickler und Arbeitsmarktförderer“ sieht, wie Geschäftsführer Hartmut Winkelmann erklärte, zeigte Interesse, hatte die Idee, eine Bienenakademie einzurichten. Denn Imkernachwuchs gibt es immer weniger und damit auch Bienenvölker. Von dieser Idee konnten auch Fördermittelgeber überzeugt werden. So wurde das Grundstück 2005 von der Gemeinde übernommen, 2007 mit dem Ausbau begonnen.

Doch es blieb nicht bei der Bienenakademie mit Bienenwiese und Gewürzgarten, wie sich Platzeck gestern überzeugen konnte. Längst sind im ehemaligen Gemeindehaus Gästezimmer eingerichtet, ein Seminarraum geschaffen, eine Lehrküche ausgestattet worden. Und neben dem Gebäude entsteht derzeit ein Steinzeitcamp.

Alles, um jungen Leuten hier einen Aufenthalt zu ermöglichen, aber auch, um kleinen regionalen Erzeugern Möglichkeiten zu bieten, ihre Produkte zum Selbstkostenpreis herzustellen. Auch Seminare zu den unterschiedlichsten Themen wie beispielsweise der Likörproduktion sind geplant. Jetzt, wo seit einigen Tagen fast alles fix und fertig ist.

„Wir möchten verschiedene Akteure zusammenbringen, Angebote miteinander vernetzen“, macht Winkelmann deutlich. Mittlerweile arbeiten rund 30 Frauen und Männer über verschiedenste Arbeitsfördermaßnahmen auf dem Hof, ist der Verein bemüht, auch mehr Festanstellungen zu schaffen.

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