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Imkerverein Güstrow : Bienen verspätet im Brutgeschäft

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Vorsichtig öffnet er ein Magazin. "Meine Völker sind gut über den Winter gekommen.", ist Egbert Zielke stolz. Andere Imker hätten größere Verluste zu beklagen, weiß der Vorsitzende des Imkervereins Güstrow.

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erstellt am 05.Apr.2011 | 10:52 Uhr

Vorsichtig öffnet Egbert Zielke (68) ein Magazin. Ein Lächeln macht sich auf seinem Gesicht breit. Geschützt unter einer Klarsichtfolie sind viele Bienen zu sehen. Es ist ein munteres Krabbeln. Wenig später ist die Sonne herausgekommen. Nun fliegen die Immen. "Neun, zehn Grad müssen es schon sein", sagt der Imker. Dann würden die Bienen aktiv werden. "Meine Völker sind gut über den Winter gekommen. Ich habe nur eines verloren", ist Egbert Zielke stolz. Andere Imker hätten größere Verluste zu beklagen, weiß der Vorsitzende des 33 Mitglieder zählenden Imkervereins Güstrow.

Als Bienenfeind Nr. 1 sieht der Güstrower nach wie vor die Varroa-Milbe. "Es hilft nur eine konsequente Bekämpfung", betont er. Man müsse rechtzeitig und kontinuierlich handeln. Wer seine Bienen außerdem über Winter mit ausreichend Futter versorgt hat, dürfte keine Sorgen haben. "Das war bei dem langen Winter ganz wichtig", betont auch Werner Grigull (52) vom benachbarten Bützower Imkerverein. "Ich empfehle immer, lieber etwas mehr zu füttern", sagt der Zeppeliner. Auch er hat von seinen 25 Völkern lediglich zwei verloren. Die Bienen seien diesmal sehr spät ins Brutgeschäft gegangen. Aber Werner Grigull will noch nicht schwarzmalen. Erst im vergangenen Jahr habe man erlebt, dass sich in der Natur auch alles zum Guten für eine reiche Honigernte wenden kann. "Das ist das Interessante an der Imkerei, kein Jahr ist wie das ander", hebt auch Egbert Zielke hervor.

Jetzt würden die Immen Pollen sammeln und die Brut aufzuziehen, aber auch Nektar sei bereits verfügbar. Weiden, Haselnuss, Krokusse und die ersten Frühlingsblumen würden den Tieren bieten, was sie suchen. Aber es könnte mehr sein, bedauert Werner Grigull, dass der lange Winter auch dazu angetan war, am Feldrand und an Gräben Weiden und andere Bäume und Sträucher zu schneiden oder ganz verschwinden zu lassen. Doch in einer auf diese Weise leergeräumten Landschaft würden die Bienen zu wenig Pollen finden. Egbert Zielke bedauert darüber hinaus, dass das Blühstreifen-Förderprogramm der Landesregierung so schlecht angenommen werde. Landwirte könnten kleinere Flächen mit allerlei Pflanzen bestellen, die den Bienen Nahrung bieten. Er selbst habe schon mit Bauern gesprochen, doch ohne Erfolg.

Während Egbert Zielke vor der Rapsblüte den ersten Honig des Jahres, den Blütenhonig, schleudern will, lässt sich Werner Grigull Zeit bis nach der Rapsblüte. Es könnte Ende Mai oder auch Anfang Juni werden, schätzt der Zeppeliner ein. "Erst dann ist der Honig wirklich reif", sagt der 52-Jährige mit 37-jähriger Imker-Erfahrung.

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