Beweis per DNA-Probe

Alle sechs Kinder der 42 Jahre alten Elisabeth stammen aus der Inzest-Beziehung zu ihrem Vater Josef Fritzl. Eine DNA-Probe hat eindeutig ergeben, dass der 73-Jährige der Erzeuger ist.

von
29. April 2008, 08:40 Uhr

Amstetten/Hamburg - Das sagte Franz Polzer, Leiter des Landeskriminalamtes Niederösterreich, am Dienstag auf einer Pressekonferenz.

Die Staatsanwaltschaft rechnet damit, dass die Aufarbeitung des Inzest-Dramas Monate dauern wird. Staatsanwalt Gerhard Sedlacek sagte, wann und ob die Opfer aussagen, sei unklar. Hans-Heinz Lenze, Bezirkshauptmann von Amstetten, wies Vorwürfe zurück, die Behörden hätten von dem Keller-Verlies wissen müssen. Sowohl beim Verschwinden von Elisabeth vor 24 Jahren als auch beim Auftauchen von drei Kindern, die dann in der Wohnung von Josef Fritzl aufwuchsen, seien alle verfügbaren Informationen eingeholt worden.

Ehefrau nicht beteiligt
Für die behandelnden Ärzte und Therapeuten hat die Sicherheit der Patienten oberste Priorität. Berthold Kepplinger vom Landesklinikum Mostviertel Amstetten-Mauer sagte, vor allem Elisabeth und die drei Kinder, die mit ihr im Verlies gefangen gehalten wurden, müssten vor zusätzlichen Traumatisierungen geschützt werden. Der 19-jährigen Kerstin, die auf der Intensivstation des Krankenhauses von Amstetten liegt, gehe es etwas besser. Sie liege aber weiterhin im künstlichen Tiefschlaf. Nach Auskunft der Polizei gibt es keine Hinweise, dass die Ehefrau Fritzls an der Straftat beteiligt gewesen sein könnte. Auch sei weder den Geschwistern noch den Nachbarn etwas aufgefallen, sagte Polzer. Fritzl und seine Frau haben insgesamt sieben gemeinsame Kinder.

Freilassung vorbereitet
Den Behörden ist Polzer zufolge ein weiterer Brief in die Hände gefallen, in dem Elisabeth offenkundig ihre baldige Rückkehr in Aussicht stellte. Die Ermittler gehen laut Polzer davon aus, dass der 73-Jährige seine Tochter gezwungen hat, den Brief zu verfassen. Damit wollte er möglicherweise die Freilassung vorbereiten, es könnte aber auch eine Finte sein.

Fritzl hat zugegeben, seine heute 42 Jahre alte Tochter Elisabeth 24 Jahre lang gefangen gehalten und sexuell missbraucht zu haben. Doch Mitwisser?Nach einem Bericht der Frauenzeitschrift „Brigitte“ soll Josef Fritzl nicht als Einziger einen Schlüssel zu dem Keller gehabt haben, in dem er seine Tochter eingesperrt hatte. Ein Geschwisterpaar, das von 2001 bis 2003 in dem Haus zur Miete wohnte, berichtete, dass der Bruder von Elisabeth Hausmeisterarbeiten verrichtete und bei Bedarf Material aus dem Keller holte. Den Mietern wurde der Zugang untersagt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen