Betrugswelle ebbt langsam ab

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29. April 2010, 06:20 Uhr

Bützow/Güstrow | "Nur noch vereinzelt" sind in den vergangenen Tagen bei der Polizei Anzeigen eingegangen, weil Kriminelle ihr Konto geplündert hatten (wir berichteten). Gerade gestern erst meldete sich ein "Nachzügler" bei der Bützower Polizei. Die Abbuchung war bereits am 6. April erfolgt. Die meisten hätten ihre Kontoauszüge aber gleich nach den SVZ-Veröffentlichungen über den Datenklau aus Geldautomaten der Deutschen Bank überprüft. "Das Gros der Betrogenen hat also gleich zu Anfang Anzeige erstattet. Jetzt meldet sich kaum noch einer", sagt Yvonne Burand, Pressesprecherin der Polizei. So sei es bei den "gut über 100 Fällen" geblieben, bei denen Kriminelle an ausländischen Geldautomaten Bützower, Güstrower und Rostocker Konten abgeräumt hatten. Die Schadenshöhe bewege sich im sechsstelligen Bereich. "Wir haben in letzter Zeit keine neuen Schadensfälle", sagt auch Christian Hotz, Pressesprecher der Deutschen Bank. "Den meisten Kunden wurde inzwischen ihr Geld zurückerstattet." Oder es erfolge spätestens in den nächsten Tagen, so Hotz.

Inzwischen seien in den Selbstbedienungsterminals der Deutschen Bank in Bützow, Güstrow und Rostock die alten gegen neue Geldautomaten ausgetauscht worden, sagt er. "Dabei handelt es sich um eine neue Gerätegeneration mit hohem Sicherheitsstandard". Trotzdem rät Hotz auch weiterhin zu Vorsicht beim Geldabheben. "Beim Eingeben der Geheimnummer die Tastatur immer mit der Hand abdecken!"

Nach Insiderinformationen nimmt das Ausspähen von Bankdaten an manipulierten Geldautomaten (Skimming) durch kriminelle Banden weltweit zu. Auch im jüngsten Fall in unserer Region eigneten sich die Betrüger die sensiblen Daten mit Hilfe von aufgesetzten Tastaturen, Kartenlesegeräten und Laptop an und hoben anschließend im Ausland Geld von den ausspionierten Konten ab. Eine Möglichkeit, dies zu verhindern sind nach Expertenauskunft Anti-Skimming-Module in modernen Geldautomaten, die ein magnetisches Störfeld um den Karteneinzugsschlitz legen und so die Lesegeräte bei Manipulationsversuchen zerstören. Jedoch scheuen bisher noch viele Banken die Ausgaben dafür. Während durch das Skimming EC-Karten gefährdet sind, entstehen Gefahren für Kreditkarten vor allem durch das Internet. Durch "Phishing" (Abfischen) versuchen dabei Kriminelle, durch fingierte Mails und Anfragen unter einem Vorwand zu den Kreditkartennummern zu kommen. Christian Hotz rät, dabei "nicht blauäugig und im Zweifelsfalle lieber misstrauisch zu sein".

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