Besonderer Werbeträger für Boizenburg

Neuer Treffpunkt unterm Dach.
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Neuer Treffpunkt unterm Dach.

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17. April 2008, 08:12 Uhr

Fliesenmuseum lockt seit zehn Jahren Besucher aus nah und fern nach BoizenburgIm Herzen der historischen Altstadt befindet sich ein Gebäude, das seit zehn Jahren Besucher aus nah und fern magnetisch anzuziehen vermag. Ein Blick in das Gästebuch widerspiegelt ihre Begeisterung von der Art und Weise, wie hier die Geschichte frühindustrieller Fliesen dargestellt wird. Lothar Scholz und seine Freunde der Fliesen haben noch mehr Gründe zur Freude.

Boizenburg - Das Erste Deutsche Fliesenmuseum scheint von Beginn an unter einem besonders guten Stern zu stehen. Das lag am Anfang sicher in erster Linie an jenen begeisterten Freunden der Fliese, die Dreck und Unrat beseitigten und mit der Unterstützung einiger Gewerbetreibender sowie der Fliesenfabrik Raum für Raum renovierten und einigermaßen ansehnlich gestalteten. „Das kostete uns viele, viele Tage und Wochen ehrenamtlicher Mühe“, sagte Lothar Scholz, um sogleich die Motivation dafür hinzuzufügen.

Es geschah im Glauben an ein festes Ziel. Und dieser sollte sich auch während der jüngsten Baumaßnahme als Ansporn erweisen. Hochmotiviert meisterten alle Mitstreiter des Teams die Herausforderung, den Ausstellungsbetrieb ohne Unterbrechung aufrecht zu erhalten und gleichzeitig Baufreiheit zu gewährleisten sowie für Umlagerungen und Sauberkeit zu sorgen.

Die Mühe hat sich gelohnt. Das Haus ist um beachtliche Hingucker reicher geworden, die es um einiges schöner und einen Besuch noch lohnenswerter machen. Das Gerüst ist von dem Gebäude in der Reichenstraße 4 verschwunden und gibt den Blick frei auf das Dach und die Hoffassade. Beide wurden saniert. Rund 180 000 Euro investierte die Stadt mit Hilfe von Städtebaufördermitteln in dieses Projekt.

Der Vorstand des Ersten Deutschen Fliesenmuseums nahm das Ende dieser arbeits- und zeitaufwändigen Etappe zum Anlass, um sich bei den freundlichen Begleitern der Einrichtung zu bedanken. Eine kleine Feier wurde arrangiert, zu der Lothar Scholz die Anwesenden in der neu gestalteten „Boizenburger Ausstellung“ begrüßte. Stolz zeigte er während eines Rundganges das, worüber sich der Verein freut.

Da ist auf dem Hof zum Beispiel die rund 70 Jahre alte Fliesenpresse, auf der ein großer Teil jener Exponate entstand, die heute im Museum besichtigt werden können. Und da ist vor allem auch das ausgebaute Dachgeschoss, mit dem die Fliesenfreunde noch einige Pläne verbinden.
Im neuen Vereinsraum sprach Lothar Scholz noch einmal darüber, dass das Museum in vielerlei Hinsicht ein gerütteltes Maß Glück hatte, dass sich Sponsoren, Stifter und Förderer genauso fanden, wie Menschen und behördliche Einrichtungen, die dazu beitrugen, Ideen in die Tat umzusetzen. Ihnen allen gilt ein herzliches Dankeschön.

Nächste Visionen zeigen, wie es weitergeht. Die Fliesenpresse auf dem Hof soll als ein technisches Denkmal aufgearbeitet werden. Unter dem Dachgeschoss ist geplant, ein Keramikstudio einzurichten, das Schülern, Praktikanten und sonstigen Interessierten die Möglichkeit zur kreativen Beschäftigung zur Gestaltung von Fliesen bietet. Im Obergeschoss muss außerdem eine Gästewohnung mit Küche und Bad noch möbliert werden. Und im Erdgeschoss wird endlich ein Museumsshop eingerichtet.
Der besondere Werbeträger der Stadt poliert seine magische Anziehungskraft immer weiter auf.

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