zur Navigation springen

Mallisser Gewerbeverein kreierte Kräuterlikör : Bergmannstropfen für guten Zweck

vom

"Wir haben den Mallisser Bergmannstropfen aus seiner Taufe gehoben. Eine Brennerei in Nordrhein-Westfalen stellt ihn für uns aus einheimischen Kräutern her", berichtet voller Stolz Steinfatt.

svz.de von
erstellt am 29.Jun.2011 | 11:28 Uhr

"Wir haben unlängst den Mallisser Bergmannstropfen aus seiner Taufe gehoben. Eine kleine Brennerei in Nordrhein-Westfalen stellt ihn für uns aus einheimischen Kräutern her", berichtet voller Stolz Gerald Steinfatt. Er ist Vorsitzender des 21 Mitglieder starken Gewerbeverein Malliß e. V. und hatte gestern zu einem Vorort-Termin vor das Mundloch des Marien-Stollens geladen. Der Stollen wurde im Jahr 1875 zum Aufschluss des sogenannten Marienstollenfeldes im ehemaligen Braunkohlentiefbaurevier Malliß/Conow aufgefahren. Er diente sowohl der Braunkohlenförderung als auch der Wasserhaltung. Die Kohle deckte einst den Feuerungsbedarf der Ziegelei Malliß und der am Elde-Kanal gelegenen Dampfsägerei. Zudem wurde das schwarze Gold auf dem Wasserweg über den eigens dafür angelegten Stichkanal vom Marienstollen zum Elde-Kanal und weiter über die Elde aufwärts bis nach Malchow und abwärts in an der Elbe gelegenen Orten für Industrie- und Hausbrandzwecke verfrachtet.

Das Stollenmundloch war völlig verschüttet und wurde 1996 als Gefahrenquelle im Rahmen von Sicherungs- und Sanierungsarbeiten freigelegt. Dabei wurden als Rarität die ehemalige Betstube der Bergleute hinter der Vermauerung und wertvolle Beigaben gesichert. Diese befinden sich heute im Regionalmuseum Neu Kalliß. Das Stollenmundloch wurde mit Unterstützung des Amtes Malliß, in dem ABM-Kräfte die komplette Rekonstruktion durchführten, durch Mittelbereitstellung des Bergamtes Stralsund sowie durch private Sponsorengelder in dem derzeitig zu besichtigenden Zustand wieder hergestellt.

Eine Gewinnung von Braunkohle erfolgte in den Jahren 1817 bis 1960 (mit einigen Unterbrechungen) im sogenannten Mineraldistrikt von Südwest-Mecklenburg auf dem Wanzeberg nahe der Ortschaften Malliß und Conow. Mit dem Aufkommen von Fabriken im Mallisser Gebiet stieg die Nachfrage nach preiswerter Kohle. Zur Steigerung der Braunkohlenförderung wurde von den Kumpels ab dem Jahre 1875 der Abbau des Unterflözes im Marienstollen-Feld und ab 1880 im Conow-Feld vorangebracht.

"Viele Besucher der Region sind erstaunt, dass hier bei uns einmal Braunkohle abgebaut worden ist. Deshalb wollen wir den Stollen, der langsam einzubrechen droht, wieder stabilisieren. Ein Euro jeder verkauften Kräuterlikör-Flasche soll ab sofort der Instandsetzung zugute kommen", erklärt Steinfatt das rührige Engagement seiner Truppe. Die Vorplanungen für den Bergmannstropfen seien bereits zwei Jahre alt. Annelie Adler aus Hamburg habe das Etikett entworfen. "An jeder 0,35 Liter-Flasche hängt außerdem ein kleines Säckchen mit einem Braunkohle-Originalstückchen aus dem Marienstollen, die wir selbst gefördert haben", berichtet der Vereinschef weiter. Bisher seien 500 Fläschchen des Kräuterlikörs abgefüllt worden. Gekauft werden könnten sie beim örtlichen Edeka-Markt, auf dem Campingplatz am Wiesengrund, der Tankstelle vor Malliß und in "Nr. 11 - Unser Laden".

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen