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Mecklenburg-Vorpommern : Bereit für Studenten

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Mit einem wachsenden Zustrom von Studienanfängern aus Niedersachsen und Bayern können die Universitäten und Hochschulen in MV in diesem Jahr rechnen. Grund: Ein doppelter Abitur-Jahrgang.

Schwerin | Mit einem wachsenden Zustrom von Studienanfängern aus Niedersachsen und Bayern können die Universitäten und Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr rechnen. Der Grund: Ein doppelter Abi tur-Jahrgang in den beiden Bundesländern. Bundesweit verlassen fast 488 000 junge Frauen und Männer die Schulen mit Hoch- und Fachschulreife - mehr als je zuvor. Nach der Aussetzung der Wehrpflicht und dem damit verbundenen Zivildienst erwarten Hoch- und Fachschulen einen regelrechten Ansturm auf die Studienplätze.

Gebremster Abbau in den neuen Bundesländern

Entspannung ist vorerst nicht in Sicht: Die Verkürzung der neunjährigen Schulzeit zum Abitur (G9) auf acht Schuljahre (G8) bringt 2012 zwei Abschluss-Jahrgänge in Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg und Bremen hervor. 2013 folgt das Doppelabitur unter anderem im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen. Erst dann erreicht nach Berechnungen der Kultusministerkonferenz (KMK) die Zahl der Abiturienten ihren Höchststand - knapp 493 000.

Die Bundesregierung hat auf diese Entwicklung mit dem Hochschul-Pakt reagiert. Auf seiner Grundlage sollen Universitäten und Hochschulen von 2008 bis 2015 rund 275 000 zusätzliche Studienplätze anbieten. In den alten Bundesländern entstehen dabei tatsächlich neue Studienplätze, die zur Hälfte vom Bund finanziert werden, wie Peter Reckziegel aus der Abteilung Hochschulen im Bildungsministerium Mecklenburg-Vorpommern erklärt. Die neuen Bundesländer halten im Gegensatz dazu die Studienplätze konstant, beziehungsweise bauen sie deutlich langsamer ab, als die sinkenden Schüler- und Studienanfängerzahlen im eigenen Land es erfordern würden.

Rechnungen mit einer großen Unbekannten

Untersuchungen der KMK zeigen, dass Hochschul-Studienplätze in Flächenländern zu einem Gutteil von Landeskindern besetzt werden. Um die 45 Prozent waren es 2009 in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, in Bayern und Nordrhein-Westfalen knapp 80 Prozent - so geht es aus der Studie zur "Mobilität der Studienanfänger und Studierenden in Deutschland" hervor. Denen, die außerhalb der Landesgrenzen studieren, widmet die KMK aufwendige Analysen. Aus den Erkenntnissen über Wanderungsbewegungen und den Hochrechnungen zur Absolventenzahl wird der Bedarf an Studienplätzen ermittelt. Rechnungen mit einer großen Unbekannten: Was wollen die Bewerber studieren?

In diesem Sommer stellen die sechs staatlichen Hochschulen und Universitäten in Mecklenburg-Vorpommern 6000 Studienplätze bereit. Rund 5700 Studienanfänger werden erwartet. Im Jahr 2009 kamen insgesamt gut 6 Prozent der Bewerber aus Bayern und Niedersachsen - rund 400. In diesem Jahr könnte sich deren Zahl verdoppeln. Die rückläufigen Schulabgängerzahlen hierzulande werden damit nicht aufgefangen, wie Peter Reckziegel betont. "Angesichts der demographischen Entwicklung müsste die Zahl der Studienplätze im Land unter 5000 sinken", sagt er. Im Hinblick auf die Bundeszahlen werde aber vorerst eine Zahl von 5600 angesteuert. Wenngleich gebremst führt der Abbau im Vergleich von 2009 und 2012 von rund 6500 Studienplätzen auf 5850.

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erstellt am 14.Jun.2011 | 10:13 Uhr

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