Ratgeber: Die Abgabefrist für die Steuererklärung läuf : Bequemlichkeit kann teuer werden

Nicht jeder ist verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben, aber für viele zahlt es sich aus.dpa
Nicht jeder ist verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben, aber für viele zahlt es sich aus.dpa

Die Frist läuft: Wer es noch nicht getan hat, kann sich noch bis Ende Mai mit der Steuererklärung beschäftigen. Doch viele winken schon beim Gedanken da ran entnervt ab.

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13. Mai 2011, 11:51 Uhr

Die Frist läuft: Wer es noch nicht getan hat, kann sich noch bis Ende Mai mit der Steuererklärung beschäftigen. Doch viele winken schon beim Gedanken da ran entnervt ab. Bis zu zehn Prozent der etwa 40 Millionen Arbeitnehmer ließen den Abgabetermin am 31. Mai alle Jahre wieder sausen, sagt Dieter Ondracek, Vorsitzender der Deutschen Steuergewerkschaft. Andere Schätzungen gehen sogar von mehr als 25 Prozent aus. "Wer seinen Wohnsitz in Deutschland hat, muss laut Einkommensteuergesetz grundsätzlich eine Steuererklärung abgeben", ergänzt Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine. Da aber jeder Arbeitnehmer monatlich Lohnsteuer bezahle, sei die Abgabe in der Regel freiwillig. Wer muss eine Erklärung abgeben, wer kann, wer sollte? - Die Hintergründe:

Wer muss eine Erklärung abgeben?

Zur Abgabe verpflichtet sind alle Arbeitnehmer, die bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt sind. Auch bei Nebeneinkünften über 410 Euro im Jahr müssen die Formulare laut dem Steuerzahlerbund ausgefüllt werden. Dazu zählen Renten-, Miet- oder ähnliche Einnahmen. Ran muss auch, wer Lohn bekam, der nach der Steuerklasse V oder VI besteuert wurde.

Wenn auf der Lohnsteuerkarte ein Freibetrag eingetragen wurde, ist die Steuererklärung ebenfalls Pflicht. Gleiches gilt für Ehepaare, die die Lohnsteuerklassen III und V auf ihren Lohnsteuerkarten kombinieren. Eine Steuererklärung machen muss auch, wer Entschädigungen oder Abfindungen erhalten hat oder Lohnersatzleistungen wie Kranken- oder Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld I, Eltern- oder Mutterschaftsgeld sowie Aufstockungsbeträgen zur Altersteilzeit. Ausnahme: Hartz-IV-Empfänger können sich die Mühe immer sparen. Außerdem müssen Anleger eine Einkommensteuererklärung abgeben, wenn ein verbliebener Verlustvortrag festgestellt worden sei, erklärt der Steuerzahlerbund. In der Pflicht sind auch getrennt lebende wie geschiedene Ehepartner, die vom Ex Unterhalt bekamen, den dieser als Sonderausgaben absetzt. Selbstständige und Freiberufler müssen ebenfalls eine Steuererklärung abgeben.

Was ist mit Rentnern?

Für sie gelten besondere Regeln. Renten werden nicht voll, sondern nur zu einem bestimmten Teil besteuert. Wie hoch dieser ist, hängt von Rentenart und Beginn der Rentenzahlung ab. Andere Einkünfte wie Miet- und Kapitaleinnahmen sowie Arbeitseinkommen werden hinzugerechnet, der Altersentlastungsbetrag, Beiträge zu bestimmten Versicherungen, Sonderausgaben und anderes wiederum abgezogen. Liegt das Ergebnis für 2010 über dem steuerlichen Grundfreibetrag von 8004 Euro (Verheiratete: 16 008 Euro), müssen sich auch Rentner an eine Steuererklärung setzen.

Wer muss keine Steuererklärung abgeben?

Millionen Singles mit Lohnsteuerklasse I oder II, ohne Kinder, die ausschließlich Einnahmen aus ihrer Arbeit nach Hause bringen, müssten kein freies Wochenende für die Steuer opfern, sagt Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL). Gleiches gilt auch für Eheleute mit etwa gleich hohem Einkommen, also mit Klasse III oder IV, ohne jegliche Zusatzeinnahme.

Wann lohnt sich eine freiwillige Erklärung?

Auch für Steuerzahler, die nicht zwingend eine Erklärung abgeben müssen, kann sich die Mühe auszahlen. Rentabel kann die Antragsveranlagung immer dann sein, wenn man 2010 viele Ausgaben hatte, besonders für den Job. Etwa einen weiten Weg zur Arbeit oder eine beruflich bedingte Zweitwohnung. Wer Geld für Kirchensteuer, Ausbildung, Spenden oder Mitgliedsbeiträge ausgegeben hat, sollte ebenfalls die Unterlagen für das Finanzamt ausfüllen. Verluste aus Nebenjobs, vermieteten Immobilien oder aus früheren Jahren können auch zu einer Steuerrückzahlung führen, ebenso wie hohe Ausgaben aufgrund von Krankheiten. Wer 2010 ein Kind bekommen oder geheiratet hat, sollte ebenfalls eine Steuererklärung machen.

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