zur Navigation springen

Privater Betreiber in Lelkendorf zieht sich zurück : Beliebtem Haustierpark droht das Aus

vom

Schwerer Schlag für den Haustierpark Lelkendorf: dem beliebten Ausflugsziel für Familien im Osten des Landkreises Güstrow droht das Aus. Die Betreiberfirma wird aus wirtschaftlichen Gründen ihr Engagement beenden.

svz.de von
erstellt am 08.Mär.2011 | 06:32 Uhr

Lelkendorf | Schwerer Schlag für den Haustierpark Lelkendorf: dem beliebten Ausflugsziel für Familien im Osten des Landkreises Güstrow droht das Aus. Vor kurzem erhielt der Bürgermeister der Gemeinde Lelkendorf, Eggo Habelt, ein Schreiben von der Betreiberfirma des Haustierparks, der Event-Management-Firma Andreas Matuschak aus Büchen, dass sie aus wirtschaftlichen Gründen ihr Engagement in Lelkendorf zum 30. April beenden werde. "Das kam sehr überraschend für uns", so Tierpark-Leiter Jürgen Güntherschulze. Er sowie sechs Mitarbeiter bangen jetzt um ihre Arbeitsstelle.

Positive Entwicklung in vergangenen drei Jahren

Bedauerlich sei die Entscheidung der Betreiberfirma vor allem deshalb, weil der Haustierpark in den vergangenen drei Jahren eine erfreulich positive Entwicklung gemacht habe, auch wenn der Park noch nicht in den "schwarzen Zahlen" sei, so Güntherschulze. Für ihn steht fest: "Wir wollen weitermachen. Man kann unsere Tiere ja nicht einfach abschaffen." Der vorsichtig aufgebaute Tierbestand an wertvollen alten und vom Aussterben bedrohten Haus- und Nutztierrassen in Lelkendorf umfasst heute mehr als 500 Tiere aus 52 Rassen. Dazu zählen unter anderem Pferde, Esel, Rinder, Schweine und Geflügel. Allein 2010 wurden 340 Jungtiere geboren und Anfang dieses Jahres noch einmal 89 Tiere. Güntherschulze unterstreicht, dass der Umsatz durch Abgabe von Zuchttieren vergangenes Jahr gegenüber dem Vorjahr vervierfacht werden konnte. Zudem hätten sich in den vergangenen drei Jahren die Besucherzahlen verdoppelt.

Jetzt ist der Haustierpark auf der dringenden Suche nach einem neuen Betreiber. Gleichzeitig wird an neuen Organisationsformen sowie an einem geänderten, tragfähigen Konzept gearbeitet. "Es laufen bereits Verhandlungen mit wichtigen Persönlichkeiten und Behördenvertretern, um eine neue Betreiberform zu finden und die Personalkosten und andere Kosten stark zu senken", sagt der Tierpark-Leiter. Er wird zunächst eigenverantwortlich über den 1. Mai hinaus den Tierpark leiten und betreuen. "Der Park bleibt für das Publikum weiter täglich geöffnet", betont er. Güntherschulze denkt für die Zukunft u.a. daran, den Tierpark in eine gemeinnützige GmbH umzuwandeln. Gleichzeitig werde gerade ein Programm für Tier- und Firmenpatenschaften von der Tierparkleitung erarbeitet, das schon in wenigen Wochen greifen und dem Tierpark-Förderverein sowie dem Tierpark selbst mehr finanzielle Freiheiten verschaffen solle. Einzelne Firmen könnten dabei Patenschaften für ganze Tierrassen übernehmen, denkt Günthterschulze.

Der Tierpark-Leiter will für die Zukunft auch große, pflegeaufwendige Huftierbestände abbauen und geänderte Gehe gestrukturen schaffen. Viele pädagogische Angebote für Schulen und Kindergärten, wofür auch der neue Förderverein "Freunde und Förderer des Haustierparks Lelkendorf" stärker mit eingebunden werden soll, sollen zudem entstehen, so Güntherschulze.

Der Tierpark-Leiter setzt bei den Maßnahmen zur Erhaltung des Haustierparks Lelkendorf auch auf seine langjährige Erfahrung. Güntherschulze leitet bereits seit 35 Jahren Tierparks. "Wir, alle Tiere sowie die Gemeinde würde sich zudem über möglichst viele konstruktive Anregungen und Freiwilligenhilfe von Bürgern aus der Region freuen", sagt er.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen