Beide Ampeln rot: Bützow im Chaos

Rot sahen gestern viele Autofahrer in der Bützower Innenstadt. Wegen der Bauarbeiten in der Bahnhofstraße ließen die Ampeln über Stunden keine Fahrzeuge passieren.
Rot sahen gestern viele Autofahrer in der Bützower Innenstadt. Wegen der Bauarbeiten in der Bahnhofstraße ließen die Ampeln über Stunden keine Fahrzeuge passieren.

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10. April 2008, 08:30 Uhr

Bis zu eine Stunde Wartezeit - so hatte es das Straßenbauamt Güstrow noch am Vortag angekündigt. Das ist gestern anders. „Seit 9 Uhr sind auf beiden Seiten die Ampeln rot“, schimpft Ralf Fischer, der einen Autohandel in der Straße betreibt. Er blickt auf die Uhr: 13.30 Uhr. „Diese Baustelle ist nicht durchorganisiert“, so Fischer. „Das ist das Chaos.“

„Ich hab’ so ’n Hals“, sagt ein Anwohner der Bahnhofstraße. „Das sind doch nicht alles Anlieger, die hier durchfahren.“
Auf der Baustelle haben sich unerwartete Probleme aufgetan: Die Bauarbeiter rammen lange Stahlträger in den Boden, damit die Straße überhaupt hält. Dafür sei mehrmals am Tage die lange Rotphase nötig, hatte Alfred Kohlenberger vom Straßenbauamt Güstrow angekündigt. Dass es länger dauert, davon ist er gestern überrascht. Nach Rücksprache mit der Baufirma beteuert er: Es müsste wie angekündigt laufen.

Tut es aber nicht. Eigentlich sollte die Baufirma auch Schilder an die Ampeln stellen, die Autofahrer auf die lange Wartezeit hinweisen. Realität dagegen gestern: Mit einem Klebeband ist lediglich die vorherige Zeit von acht Minuten einfach überdeckt.

Ein Bauarbeiter rudert hilflos mit den Armen, als Autos aus beiden Richtungen kommen. Um 15 Uhr dann mal wieder eine Grünphase. War’s das? Nur fünf Autos kommen durch. Wohl nicht. Kohlenberger bittet erneut um Verständnis: Dass die Straße überhaupt befahrbar ist, sei ein Zugeständnis seiner Behörde. „Je mehr Verkehr wir zulassen, desto schlechter können die Firmen bauen.“ Dies verlängere wiederum die Bauzeit. „Und das will wohl niemand in der Stadt.“

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