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Neues Haus des DRK in Sternberg soll März 2012 bezogen werden : Bei Pflegeheimbau in die Zielgerade

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Das Gebäude ist noch voll eingerüstet, von außen aber fast fertig. An den großen Fassaden fehlen lediglich die Glasscheiben, zudem warten allerlei Kleinigkeiten.

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erstellt am 03.Nov.2011 | 07:55 Uhr

Das Gebäude ist noch voll eingerüstet, von außen aber fast fertig. An den großen Fassaden fehlen lediglich die Glasscheiben, zudem warten allerlei Kleinigkeiten. Im Haus ist der Estrich fertig, Wärme und Wasser liegen an. Alle Gewerke sind vergeben, mehrere arbeiten nun gleichzeitig und kommen sich zuweilen auch ins Gehege. Es wird unter anderem geputzt, gemalert und der Fußboden gemacht. Aber die Witterung kann den Bauhandwerkern beim neuen DRK-Pflegeheim am Sternberger Finkenkamp kaum noch was anhaben, nachdem ihnen der vorige Winter sechs bis acht Wochen Zeitverzug mit auf den Weg gab. "Wir haben die Bauplanung überarbeitet und liegen danach im Limit. Anfang März 2012 soll die Belegung des Heims beginnen", sagt Danilo Wahl, Geschäftsführer der DRK-Betreibergesellschaft Pflegeheim Sternberg gGmbH und Leiter des Seniorenzentrums. Auch das Finanzbudget werde, "wenn wir uns anstrengen", nach aktuellem Stand eingehalten, obwohl von den Planern nicht vorhersehbare Zusatzkosten entstanden seien. Der Bodenaushub zum Beispiel sei ca. 50 000 Euro teurer geworden, zudem habe der Statiker zusätzliche Bewehrung zur Stärkung des Fundaments verlangt.

Knapp sechs Millionen Euro investiert der DRK-Kreisverband Parchim in sein "bislang größtes Vorhaben", wie dessen Geschäftsführer Steffen Kanert sagt. Und das beinahe ohne Förderung, lediglich die ARD-Fernsehlotterie "Ein Platz an der Sonne" steuere 400 000 Euro bei. "Die Wahl zum Bau des Pflegeheims fiel auf Sternberg, weil Bedarf besteht, wir Synergieeffekte mit der vorhandenen Einrichtung nutzen können und die Zusammenarbeit mit der Stadt einwandfrei klappt. Für uns kam nur Sternberg in Frage, sonst hätten wir gar nicht gebaut", so Kanert.

Bürgermeister Jochen Quandt spielt geschickt zum Doppelpass zurück. Er sei froh über "die Kontinuität, die mit dem DRK-Kreisverband bei der Betreuung älterer Menschen in der Stadt eingetreten ist". Außerdem entstünden neue Arbeitsplätze, und das angrenzende Areal, ein ehemaliger Betriebshof, werde wieder vorzeigbar. Das alles werte die Stadt auf.

1993 wurde der erste Bauabschnitt des heutigen Seniorenzentrums bezogen, 1998 folgten der Anbau von zwei Pflegebereichen und die Erweiterung des Betreuten Wohnens. Das neue Pflegeheim bietet 80 Plätze, so dass sich diese Kapazität an dem Standort mehr als verdoppelt und auf 135 ansteigt. Zu 80 Prozent handelt es sich um Einzelzimmer, ein Fünftel sind Doppelzimmer. Alle werden mit Pflegebett, Nachttisch, Kleiderschrank, Tisch, Stühlen, bei Bedarf auch Sideboard sowie Medienanschlüssen bis zur LAN-Verbindung ausgestattet. Wer den gewohnten Sessel oder Schrank mitbringen möchte, habe dazu auch die Möglichkeit, so Wahl.

Da fast alle Bewohner aus der Region kommen und deren medizinische Grundversorgung "hier zum Glück noch nicht das Pro blem" sei, erfolge die weiterhin über den jeweiligen Hausarzt. Bei dieser Größenordnung wäre ein Heimarzt zu teuer, erklärt Danilo Wahl. Erste Anfragen von Bewohnern anderer Heime, die in der Sternberger Einrichtung keinen Platz fanden, aber gern in ihre Heimatstadt zurück möchten, würden bereits vorliegen. Das gelte auch für Pflegekräfte, die hier ausgebildet wurden, aber nicht übernommen werden konnten. Bei voller Belegung werde das neue Heim 50 Beschäftigte haben, 37 in der Pflege, zehn in Hauswirtschaft und Technik sowie drei bis vier in Leitung und Verwaltung. Das sei auch eine Chance für Ungelernte aus der Region, die im

Leben stehen und Freude an dieser Arbeit haben, sagt Personalleiterin Sylvia Heinrich. Und sie müssten zwecks Dokumentation mit einem Computer umgehen können. Interessenten absolvieren in der Regel zwei Wochen ein Schnupperpraktikum. "Wir haben in der jetzigen Einrichtung schon gute Erfahrungen mit Fortbildungsvereinbarungen für Quereinsteiger aus anderen Berufen gemacht", so Heinrich. Derzeit bilde der DRK-Kreisverband vier Altenpfleger aus, darunter drei in Sternberg. Denkbar sei auch, dass anfangs im neuen Heim Fachkräfte aus der bestehenden Einrichtung arbeiten. Dort werde der gesetzlich vorgeschriebene Anteil von 50 Prozent Fachkräften am Pflegepersonal mit 73 Prozent weit überboten.

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