Behindertenbeauftragter: Behörden tragen Mitschuld am Tod eines Obdachlosen auf Rügen

Der Wohnanhänger und der Pkw eines Obdachlosen stehen im Gewerbegebiet des Ortes Sagard. Ordnungsamt und Polizei auf Rügen tragen nach Ansicht des Behindertenbeauftragten der Insel eine Mitverantwortung für den Tod des Obdachlosen. Foto: dpa
Der Wohnanhänger und der Pkw eines Obdachlosen stehen im Gewerbegebiet des Ortes Sagard. Ordnungsamt und Polizei auf Rügen tragen nach Ansicht des Behindertenbeauftragten der Insel eine Mitverantwortung für den Tod des Obdachlosen. Foto: dpa

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13. August 2008, 08:20 Uhr

Sagard/Bergen - Ordnungsamt und Polizei auf Rügen tragen nach Ansicht des Behindertenbeauftragten der Insel, Wilhelm Hacke, eine Mitverantwortung für den Tod eines Obdachlosen. Die Behörden hätten viel früher aktiv werden müssen, um dem am 29. Juli nach einer Beinamputation gestorbenen Mann zu helfen, sagte Hacke am Mittwoch in Sagard. Schon seit Monaten sei für alle sichtbar gewesen, dass der Mann gesundheitlich schwer angeschlagen war. Er habe sich wegen einer Infektion nicht mehr aus seinem Fahrzeug, in dem er lebte, herausbewegen können.

Der aus Schweden stammende Mann sei seit Monaten auf Rügen unterwegs gewesen. Zuletzt habe er in Sagard gelebt, wo er Auto und Campingwagen auf einem Parkplatz gegenüber der Freiwilligen Feuerwehr abgestellt hatte, sagte Hacker. Er habe sich auch um eine Wohnung beworben, diese jedoch wegen fehlender Papiere nicht erhalten. Am 9. Juli schließlich habe der Amtsarzt den Mann wegen einer fortgeschrittenen Infektion ins Krankenhaus eingewiesen. Dort hatte man ihm ein Bein amputieren müssen, damit aber sein Leben nicht mehr retten können.

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