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18. November 2017 | 04:00 Uhr

Begehrt: Alles ohne Stufen erreichen

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erstellt am 22.Okt.2010 | 09:35 Uhr

lübz | Eines der in der Unternehmensgeschichte größten Einzelvorhaben der Wohnungs- und Verwaltungs-GmbH Lübz (WVL) soll im Februar oder März kommenden Jahres fertiggestellt sein: Der Bau von 22 altersgerechten (und damit barrierefreien), alle ohne eine einzige Stufe zu erreichenden Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen im ehemaligen Bankgebäude in der Ferdinand-von-Schill-Straße 6. Über vier Stockwerke verteilt, sind sie zwischen 40 und 80 Quadratmeter groß.
"Wir wollten eigentlich schon Ende 2010 fertig sein, aber der harte Winter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht", sagt Ronald Schmelter, stellvertretender Geschäftsführer der WVL, die rund 1,8 Millionen Euro in die Hand nehmen muss, um das Projekt zu verwirklichen. Eine hohe Summe, allerdings sind von dem großen Gebäude auch nur die äußere Hülle und ein Teil der Innenwände stehen geblieben. Errichtet wurden parallel zueinander jeweils zwei neue Treppenhäuser und Aufzugsschächte sowie ein neuer Dachstuhl. Zu jeder Wohnung gehören mindestens ein Balkon beziehungsweise eine Loggia, eine Einbauküche und ein Bad mit Dusche.

Schon vor Baubeginn viel Interesse bekundet

Die WVL handelt nicht ohne Hintergrund. Alle ihre bisher schon errichteten altersgerechten Wohnungen in den Häusern Scharnhorststraße 1 und 1a sowie in der Ferdinand-von-Schill-Straße 1 sind belegt. Lange vor Beginn des neuen Vorhabens meldeten sich viele Interessenten. Schmelter: "Die Nachfrage ist vorhanden und sie wird sich noch steigern. Man braucht sich nur die Altersstruktur der Bevölkerung in unserer Region anzusehen."

2011 wird die WVL außerdem 24 Wohnungen in der Scharnhorststraße 20 bis 23 mit Balkonen versehen. Dafür müssen neue Fundamente angelegt und Verankerungen angebracht werden, in den Wohnungen ist die Heizung umzubauen, ein Fenster muss raus, eine Tür eigebaut werden. Alles zusammen bedeutet eine Investition in Höhe von rund 500 000 Euro.

Die WVL, hervorgegangen aus dem Eigenbetrieb Wohnungen der Stadt Lübz, besteht seit dem 1. Dezember 1993. Bis Ende dieses Jahres wird sie in ihr Eigentum insgesamt rund 22 Millionen Euro investiert haben. Der Hauptanteil floss bis Ende der 90er Jahre: Für alle Blöcke neue Dächer und Fenster, Wärmedämmung, bei einigen gleich Balkone. Mehr als 700 Wohnungen wurden in genanntem Zeitraum von Ofen- auf Gasheizung umgestellt, rund 200 (Am Fuchsberg) besaßen schon Zentralheizung, die von den Stadtwerken umgerüstet wurde.

Früher mindestens 50 Zentner Kohlen pro Wohnung gebraucht

Auf jedem der anderen Wohnblöcke gab es mehrere Schornsteine, die jetzt unter dem Dach gekappt sind. Jede Wohnung verschlang pro Jahr durchschnittlich zwischen 50 und 60 Zentner Kohlen, die - zunächst vor dem Haus abgekippt - die Mieter in den Keller und dann nach oben in ihre Zimmer tragen mussten. "Viele könnten dies gar nicht mehr", sagt Schmelter. Im Zuge der Sanierung wurden in eingerichteten Wohnungen insgesamt rund 2000 Kachelöfen abgerissen. "Auch dadurch war die Belastung hoch, aber nach vielen Gesprächen denke ich, dass viele sie letztlich wegen der Annehmlichkeiten gern in Kauf genommen haben", so der stellvertretende Geschäftsführer.

Etwa ein Drittel aller Lübzer lebt in Wohnungen seines Unternehmens. Früher trübten Rauschwaden von vielen Ofenheizungen die Luft - vorbei. Nicht nur, aber auch deshalb habe sich das Stadtbild positiv geändert, meint Schmelter und fügt hinzu: "Überall jetzt farbig gestaltete Fassaden haben Lübz angenehm bunter gemacht."

Mit der Mühlenstraße 7 hat die WVL in diesem Jahr ein weiteres Haus in der Altstadt gekauft. Es soll saniert werden, wenngleich der zeitliche Rahmen dafür noch nicht abgesteckt ist. Das Gebäude steht an zentraler Stelle und könnte zu einem Blickfang werden.

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