zur Navigation springen

Sommerworkshop „Streetart“ des Güstrower Kunsthauses : Bauzaun zieht jetzt Blicke auf sich

vom

Die jungen Leute aus dem Sommerworkshop "Streetart" des Kunsthauses konnten planen und skizzieren, welches Gesicht der Bauzaun an den Häusern Am Berge bekommen sollte.

svz.de von
erstellt am 14.Jul.2011 | 01:59 Uhr

Es musste nicht ganz so schnell gehen. Sie mussten auch nicht die Kapuze tief ins Gesicht ziehen und sich nicht nervös nach der Polizei umzuschauen: Die jungen Leute aus dem Sommerworkshop "Streetart" des Kunsthauses konnten in aller Ruhe planen, skizzieren und besprechen, welches Gesicht der Bauzaun an den Häusern Am Berge bekommen sollte.

15 Leute zählte die Truppe. Jede und jeder war mit eigenen Ideen dabei. Die besondere Schwierigkeit: Die einzelnen Elemente sollten sich am Ende zu einem Ganzen zusammenfügen. So mussten sich alle aufeinander einlassen und auch gegenseitig zur Hand gehen. Verlockend war das Material: Wer ist nicht fasziniert vom farbigen Spray! Locker aus der Hand entstanden skurrile Figuren, merkwürdige Gestalten. Mit Hilfe einer Schablone gesprüht, begannen große Käfer und Ameisen über die Fläche zu krabbeln, stehen und hocken die Schatten von Menschen, liegen Brillen im Reinigungsbad, in das sich auch ein Fisch verirrt hat. Eine Dame hat ein schönes Kleid an. Kleine gelbe Geister tauchen hier und da und dort auf, achtarmige fleischfressende Pflanzen und kleine Planierraupen bevölkern den Boden. Ein gelber Wurm durchbohrt den Bauzaun, taucht ab und auf und gibt dem Bild die dritte Dimension. Die Bilder durchdringen einander oder überlagern sich. Auch dadurch entsteht ein räumlicher Eindruck. Man braucht einige Zeit um alle Details zu erschließen. Warum nicht bei einem Eis im angrenzenden Café! Für die Wartenden an der Bushaltestelle schließlich gibt es ein Angebot zum Spielen: Runde Scheiben sind drehbar gelagert und sollen angestoßen werden. Wer genau hinschaut, entdeckt auch die Bauzaun-Harfe. Der gezeichnete Engel, der sie spielt, kann ihr keinen Ton entlocken, die vorübergehenden Betrachter aber schon.

"Streetart" ist mehr als Grafitti, sagt Barbara Wetzel, die Kursleiterin, zu ihren Mitstreitern. In Güstrow Am Berge ist es die lebendige Arbeit vieler. Sie tritt aus der Fläche hinaus, sie bezieht sich auf den Ort und sie lädt die Passanten ein, vom Betrachter zum Benutzer zu werden. Eines jedoch ist gleich: Ein Sprayer setzt seine Marke, das Kunsthaus hinterlässt sein Zeichen. Es war toll, sagten die Jugendlichen, weil sie in dem Sommerkursus etwas ausprobieren konnten. Sie hätten viel gelernt und eine Menge Spaß dabei gehabt.

Im Herbstsemester wird das Thema Straßenkunst in einem Kurs mit Barbara Wetzel weitergeführt, immer donnerstags zwischen 16.30 und 18.00 Uhr mit Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahre. Weitere Informationen unter www. kunsthaus-guestrow.de

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen